Kann man in die Kirche eintreten ohne Mitglied einer Ortsgemeinde zu werden?

Gefragt von Herr Ryan
Ortsgemeinde

© Markus Spiske/Unsplash

Sehr geehrte Damen und Herren,
gehören der Kircheneintritt und der Eintritt in eine lokale Kirchengemeinde zwingend zusammen? Bzw. kann man einer Landeskirche angehören ohne einer Ortsgemeinde zugeordnet zu sein?
Und: Wenn man z. B. über eine zentrale Kircheneintrittstelle eintritt, wird man dann zugleich einer konkreten Gemeinde zugeordnet?
Vielen Dank!

Lieber Herr Ryan,

 

wie schön, dass Sie sich für das Thema Kircheneintritt interessieren. In der Tat ist es so, dass mit der Mitgliedschaft in einer evangelischen Landeskirche die Mitgliedschaft in einer konkreten Ortsgemeinde einhergeht. In dieser Gemeinde haben Sie als Kirchenmitglied dann das Recht durch Wahlbeteiligung die leitenden Gremien zu wählen und diese Gemeinde ist zudem Ihre Ansprechpartnerin im Falle einer Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. Wobei es auch da immer möglich ist, zu einem anderen Pfarrer oder einer Pfarrerin den Kontakt zu suchen.

 

Die Ortsgemeinde, zu der Sie gehören, wäre zunächst die Gemeinde, auf deren Gebiet ihr Wohnort liegt. Das ist aber nicht zwingend. Manche Menschen fühlen sich einer anderen Gemeinde näher, weil sie vielleicht dort im Chor singen oder anderweitig verbunden sind. In diesem Fall gibt es unkompliziert die Möglichkeit sich umpfarren zu lassen in die Wunschgemeinde.

 

Erfolgt der Eintritt bei einer Kircheneintrittsstelle, geht dieser ebenso einher mit der Mitgliedschaft in der entsprechenden Gemeinde des Wohnortes. Diese Eintrittsstellen sollen vor allem möglichst niederschwellige Kontaktflächen bieten für Menschen, die vielleicht keinen Kontakt zu einer Gemeinde, aber den Wunsch haben in die Kirche einzutreten. 

 

Ihre Frage ist insgesamt hoch interessant. Neben Menschen, die sich ihrer Ortsgemeinde verbunden fühlen, gibt es immer mehr Menschen, die beispielsweise kirchliche Angebote im Internet wahrnehmen und hier Gemeinschaft erleben und sich mit Kirche verbunden fühlen. Insofern ist es eben schon länger nicht mehr selbstverständlich, dass ein Zugehörigkeitsgefühl zur Kirche auch notwendig mit der Beteiligung am kirchlichen Leben einer Ortsgemeinde einhergehen muss. Ich rechne damit, dass all dies in der Zukunft noch vielgestaltiger wird. Und wer weiß, vielleicht würde die Antwort auf Ihre Frage in Zukunft nochmal ganz anders ausfallen als am heutigen Tag.

 

Herzlich

 

Katharina Scholl

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