Die Orden und ihr Verhältnis zu weltlichen Titeln

Gefragt von Henning

Ist das wahr?  Der Malteserorden schließt auf ein bestimmtes römisch-katholisches Klassenbewusstsein, das eher auf Abstammung, Titeln, Besitz und Namen basiert. Die Jesuiten hingegen berücksichtigen ererbte Titel und teure Besitztümer nicht so sehr. Darüber hinaus schätzen sie adlige Vorfahren, nicht so wichtig ein, als wie das der Malteserorden tut.

Lieber Henning,

Es ist natürlich schwierig, Ordensbewegungen pauschal einzuordnen, gerade, wenn sie ein lange Geschichte haben, mit vielen Einflüssen und Veränderungen. Fragst Du nach der heutigen Orientierung oder nach der historischen? Ich antworte einmal für die historische Situation mit kurzen Blicken auf die Jetztzeit.

Ähnlich wie der Malteserorden stützt sich auch das evangelische Pendant, der Johanniterorden, auf adelige Vorfahren: Menschen aus - zumindest ehemals – z.T. wohlhabenden Adelsgeschlechtern. Die Anrede mit Adelsnamen ist nach wie vor üblich. Wie in meiner anderen Antwort an Dich erwähnt, haben mich vor einigen Jahren bei einem Zusammentreffen Herren aus dem Vorstand des Johanniterorden beeindruckt. Ihre christliche Lesart der ritterlichen Tugenden war inspirierend. Sie selbst haben dies in ihrem Auftreten widergespiegelt: „Adel verpflichtet“.

Hier noch einmal die Links zur - wie ich finde faszinierenden, mit Tiefen und Höhen versehenen -  Geschichte der Malteser und der Johanniter, die uns in die Epoche der Kreuzzüge zurückführt. Zum Glück ist ihr Erbe nicht kriegerisch, sondern sozial.

Die Jesuiten hingegen waren ein Orden, der u.a. mit dem Armutsgelübde verbunden war. Sie nahmen jedoch im Laufe der Geschichte oft auch aufgrund ihrer hohen Bildung und Disziplin bedeutende gesellschaftliche Positionen ein. Beides prägt die Jesuiten bis heute.

 

Mit herzlichen Grüßen

Pfarrerin Pamela Barke

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