Kann ich mit 13 Jahren in die Kirche eintreten?

Gefragt von Rosella

Hallo,
ich bin 13 Jahre alt und möchte in der Kirche gerne meine Ruhe finden. Ich bin aber nicht getauft und meine Eltern sind nicht gläubig, aber ich würde so gerne getauft sein und regelmäßig zum Gottesdienst gehen und was sonst so dazugehört. Ich habe aber Angst, es meiner Mutter zu erzählen, weil ich Angst vor ihrer Reaktion habe, dass sie vielleicht sagt: "Früher hast du dich auch nie dafür interessiert.“ Das stimmt ja so auch garnicht aber was könnte ich denn tun?
Rosella

Liebe Rosella, 

vielen Dank für Deine Frage. Wie schön, dass Du Interesse am christlichen Glauben hast und dass Du offenbar das Gefühl hast in der Kirche richtig zu sein. Du schreibst, dass Du Dich gern taufen lassen würdest, aber Sorge hast, dass Deine Mutter Dich in diesem Wunsch vielleicht nicht ernst nehmen könnte. 

Rechtlich ist es so, dass Du mir 14 religionsmündig bist und selbst entscheiden kannst, welcher Konfession Du angehören möchtest. Das ändert aber ja noch nichts daran, dass es ein Leben lang, sogar noch im Erwachsenenalter, für viele Menschen ziemlich wichtig bleibt, was Eltern über die eigenen Entscheidungen denken. Zunächst mal möchte ich Dich ermutigen, Deiner eigenen Überzeugung zu trauen und Deiner Mutter davon zu erzählen. 

Sie sollte Deine Haltung eigentlich respektieren und Dich selbst dann unterstützen, wenn sie selbst mit Religion nicht viel anfangen kann. Nun machen aber leider Eltern nicht immer alle richtig. Manchmal fällt es Eltern schwer, anzuerkennen, dass Kinder langsam erwachsen werden und eigene Wege gehen. Sollte Deine Sorge berechtigt sein und sie nimmt Dich nicht ernst in Deinem Wunsch, dann lass Dich davon nicht beirren. 

Als Kind ist es ja oft so, dass wir ganz stark auf unsere Eltern bezogen sind. Zum Erwachsenwerden gehört es aber auch dazu, dass hier und da Dinge sind, die uns wichtig sind, bei denen wir merken, dass wir sie nicht mit unseren Eltern teilen. Das kann manchmal schmerzhaft sein, aber es gehört zum Leben dazu. Es kann helfen, sich andere Menschen zu suchen (Freunde oder andere Familienmitglieder), denen man von dem erzählt, was einen bewegt. Vielleicht gibt es ja so Jemanden in Deinem Umfeld. 

Für den Moment bin ich dankbar, dass Du mir Deine Situation geschildert hast. Ich wünsche Dir alles Gute bei Deiner Entdeckungsreise rund um den christlichen Glauben und hoffe, dass es Deiner Mutter gelingt, offen zu sein für dieses Interesse. Falls dem nicht so ist, wünsche ich Dir, dass Du Deinen Weg dennoch weiterverfolgst und Dir andere Gesprächspartner suchst, mit denen Du darüber reden kannst. 

Herzlich

Katharina

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