Hallo.
Darf ein Pfarrer nach Versetzung in den Ruhestand, ständig vor Ort in der Gemeinde sein und den neuen Pfarrer praktisch beaufsichtigen? Gibt es da keine Regelung? Der alte Pfarrer wohnt nicht mehr in der Gemeinde.
Danke. Mit freundlichen Grüßen
Harry S.
Lieber Herr S.,
es gibt keine rechtlichen Vorschriften dafür, ob ein Pfarrer im Ruhestand seine ehemalige Gemeinde aufsucht oder nicht. In der Regel verhalten sich Pfarrleute außer Dienst allerdings anders. Gerade wenn sie nun zu einer anderen Gemeinde gehören, besuchen sie diese. Es kann ansonsten für die Person, die ihm im Dienst nachfolgt, in der Tat so aussehen, als würde sie kontrolliert.
Als Pfarrer oder Pfarrerin in den Ruhestand zu gehen, kann ausgesprochen schwierig sein. Wahrscheinlich hat sich Ihr Pfarrer sehr über seinen Beruf definiert. Und Pfarrer ist man ja auch auf Lebenszeit. Da fällt es besonders schwer, sich zurückzuziehen. Wichtig ist die Frage, ob seine Nachfolge dieselbe Wahrnehmung hat wie Sie. Wenn sie sich tatsächlich kontrolliert fühlt, ist es an ihr, das gegenüber ihrem Vorgänger anzusprechen.
Wenn der Pfarrer i.R. so sehr an seiner alten Gemeinde hängt, wäre es sehr unfreundlich, ihn kategorisch auszuladen. Vielleicht findet sich ja ein Mittelweg – wenn die Nachfolge seine ständige Anwesenheit als Problem erachtet.
Herzliche Grüße
Frank Muchlinsky