Zwei Bibelstellen als ein Spruch

gestellt von A.M.M. am 2. Juli 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

gern würde ich wissen, ob es möglich ist auch einen etwas längeren zusammengesetzten Spruch für die Taufe zu wählen, oder ob dies zu lang wird.

Konkret: "Dein Leben lang wird niemand dich besiegen können. Denn ich bin bei dir, so wie ich bei Mose gewesen bin. Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab. Sei stark und mutig! Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst." (Bibelübersetzung aus "Hoffnung für Alle"; Josua 1,5-6,9).

Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit herzlichen Grüßen

Liebe/r A.M.M.,

grundsätzlich ist es möglich, auch etwas längere Bibelverse als Taufsprüche zu verwenden und auch eine Auswahl innerhalb der Verse vorzunehmen. Persönlich finde ich auch Ihre Auswahl gelungen, zumal es sich um zwei nicht so weit auseinander liegende Bibelverse handelt. Beide Verse stammen aus der Rede Gottes an Josua, als der sein Amt als der neue Führer Israels übernimmt. Darum hätte ich theologisch keinerlei Einwände.

Das Problem, das sich ergeben könnte, ist schlichtweg ein technisches, denn Taufsprüche werden in der Regel auch auf die Taufurkunde geschrieben, und manchmal ist da nicht genügend Platz für längere Verse. In jedem Fall würde ich Ihnen raten: Legen Sie Ihre Wahl ihrer Pastorin/Ihrem Pastoren vor und sprechen Sie gemeinsam darüber. Vielleicht können Sie ja noch einen Schwerpunkt innerhalb Ihrer Auswahl legen, und der kommt dann auf die Urkunde. Oder aber Sie haben Glück, und Ihre Gemeinde hat Urkunden, auf die Ihr Taufspruch passt.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Ich sehe ein ganz anderes Problem. Die Taufe ist ein christlicher Ritus, der seit der Zeit des Neuen Testaments besteht. Bei der Taufe wird eine Taufformel gesprochen - ungefähr so:
"Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes"

Das Alte Testament kennt aber weder den Sohn noch den heiligen Geist. Ich meine, das sind nicht grad wenig Probleme! Aber noch grotesker finde ich, wenn Taufsprüche überhaupt nicht aus der Bibel stammen. Manche wollen diesen Stuss (Schmarrn) dann auch noch persönlich in der Kirche vortragen. Grrrrrrr!

Die "Rede Gottes an Josua" einem Täufling überzustülpen ist meines Erachtens viel zu opulent. Im Neuen Testament gibt es seitenweise Taufsprüche in Hülle + Fülle.

Lieber Gast, Ihre Argumentation hat einen entscheidenden Fehler. Nach christlichem Verständnis bezeugt auch das Alte Testament Jesus Christus und den dreieinigen Gott. Es ist egal, in welchem Teil der Bibel von Jesus explizit die Rede ist.

Unsere christliche Sicht auf den ersten Teil der Bibel ist grundsätzlich dadurch bestimmt, und darum taugt das Alte Testament genauso gut für Tauffsprüche wie das Neue.

"Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst." (Bibelübersetzung aus "Hoffnung für Alle"; Josua 1,5-6,9). Zitatende

Bei allem gebührenden Respekt:
Wer ist nun "der Herr, dein Gott"? Ich glaube, es handelt sich hierbei eindeutig um den Gott Israels und nicht um den dreieinigen Gott.
Ob Josua und Jesus dieselben Namen sind, das ist schon recht zweifelhaft.
Wie Kemosch der Hauptgott der Moabiter und Milkom der der Ammoniter war, so war JHWH der Nationalgott Judas und Israels.
Jetzt fehlt nur noch, dass Taufsprüche vom Hauptgott der Moabiter mit dem Hauptgott der Ammoniter gekreuzt werden und einen Platz auf der Taufurkunde finden. Die Taufe ist mit einem Glaubensbekenntnis verbunden. Deshalb muss m. E. der Taufspruch mit dem Glaubensbekenntnis kompatibel sein, technisch harmonieren und miteinander betrieben werden können. Alles andere ist unverträglich, also nicht zueinander passend.

Der Gott Israels ist der Vater Jesu Christi. Aus, basta!

Wer etwas anderes behauptet, bewegt sich nicht mehr auf dem Bodes des christlichen Bekenntnisses.

 

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