Kirchliches Arbeitsrecht

gestellt von Gast am 9. November 2011

Liebe Moderatoren! Im kirchlichen Arbeitsrecht wird immer von einem 3. Weg gesprochen. Können Sie diesen dritten Weg näher erläutern?? Dankeschön.

 

 

 

 

Lieber Gast!

Die verfassungsrechtliche Grundlage für ein eigenes kirchliches Arbeitsrecht ist Artikel 140 des Grundgesetzes, der das aus der Zeit der Weimarer Republik stammende Selbstbestimmungs- und Selbstverwaltungsrecht der Kirchen auch für die Bundesrepublik garantiert. Daraus ergeben sich für die Mitarbeitenden in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen Loyalitätspflichten, zum Beispiel die Kirchenmitgliedschaft.

Wenn man das kirchliche Arbeitsrecht als „Dritten Weg“ beschreibt, heißt dies, das zwei andere Wege nicht gewählt wurden. Im „Ersten Weg“ setzt der Arbeitgeber das Arbeitsrecht, so z.B.. der Staat gegenüber den Beamten. Der „Zweite Weg“ bezeichnet ein Tarifvertragssystem. Arbeitgeber imd Arbeitnehmer bzw. Gewerkschaften einigen sich auf Tarifverträge, im Falle eines Arbeitskampfes kann es zu Streiks bzw. Aussperrungen kommen.

Für ihr Arbeitsrecht haben die Kirchen einen anderen, nämlich „Dritten Weg“ gewählt. Die Grundbedingungen des Arbeitsverhältnisses wird in allgemeinen Richtlinien oder Ordnungen festgelegt. Dies geschieht durch kirchliche Gremien, die hälftig aus gewählten und weisungsungebundenen Vertretern der Mitarbeitetenden und Vertretern der Dienstgeber besetzt sind. Falls diese nicht einigen können, kommt es zu einer verbindlichen Schlichtung, ein Streikrecht gibt es für Mitarbeitende nicht.

Ralf Peter Reimann
- für evangelisch.de -

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Kommentare

Hallo ich hab da mal ne Frage .. Ich bin Evangelisch,,, darf ich während meiner Arbeitszeit mein Arbeittsplatz verlassen um zu beten , oder um Gott zu würdigen , was mein glaube ist . Meine Türkischen Kollegen sind nur weg und beten . iss alles ok . darf ich das auch . Ich hab ja auch ein Glaube . Sie den Koran . ich die Biebel

Am besten erfragen Sie dies bei Ihrem Arbeitgeber. Ich bin sicher, dass er/sie dafür eine Regelung getroffen, auch wenn Ihnen diese vielleicht (noch) nicht bekannt ist.