Sind Motorradgottesdienste noch sinnvoll?

Ralf Schwieger
epd-bild/Friedrich Stark

Landauf, Landab gibt es überall Motorradgottesdienste. Sie gehören zu den Gottesdiensten mit den meisten Besuchern, Besucherinnen.

Sie sind eine missionarische Chance. Sind sie unter den aktuellen Klimaschutzaspekten noch sinnvoll?

 

Lieber Herr Schwieger,

in der Frage kann man sicherlich unterschiedlicher Ansicht sein. Motorräder gehören in Deutschland mittlerweile eher zum Freizeitspaß als zu den üblichen Verkehrsmitteln. Trotzdem gab es in Deutschland 2022 über 4,8 Millionen zugelassene Krafträder. Von der Seite betrachtet, kann man durchaus fragen, ob Motorradfahren eine zeitgemäße Freizeitbeschäftigung ist, weil sie permanent CO² ausstößt. Andererseits wird man in diesem Fall auch gegenrechnen müssen, wie groß der Ausstoß bei anderen Freizeitvergnügen ist. Urlaubsreisen mit dem Motorrad sind wahrscheinlich weniger bedenklich als Flugreisen.

Wie auch immer, wenn man etwas hinterfragen möchte, so sollte es eher das Motorradfahren selbst sein als die Motorradgottesdienste. Die sind, wie Sie zurecht sagen, eine gute Chance, dass Kirche außerhalb ihrer üblichen Grenzen wahrgenommen wird. Ich denke nicht, dass Motorradgottesdienste das Motorradfahren befördern. Ich verstehe sie als Gottesdienste, in denen Gott um Segen und beistand gebeten wird für eine Gruppe von Menschen, die auf den Straßen in besonderer Weise gefährdet sind.

Das bedeutet freilich nicht, dass man nicht auch über andere Gottesdienste nachdenken kann. Fahrradgottesdienste kommen sofort in den Sinn. Allerdings sind in der „Szene“ große Treffen nicht so häufig wie bei den Menschen auf Motorrädern. Es könnte sich aber lohnen, das im Blick zu behalten.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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