Leib Christi, Braut Christi - was denn nun?

Anja van Dorsten
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Shalom, Mich beschäftigt im Moment die Frage, wie wir gleichzeitig der Leib Christi und die Braut Christi sein sollen ... niemand kann gemäß Gottes Ordnung sich selbst „heiraten“ und wenn wir die Braut wären, wie können wir dann gleichzeitig die Hochzeitsgäste sein? Auch würden wir im NT nie als Braut Christi, sondern als Leib, Gemeinde, Miterben, Jünger etc. bezeichnet. Zwar ist mir das Verhältnis Braut und Bräutigam, sowie das Gleichnis Jesu mit den zehn Jungfrauen durchaus bekannt, allerdings glaube ich eher, dass sich die „Braut“ auf etwas ganz anderes bezieht (144.000, Jerusalem, der Rest Israel??? Bin gespannt auf Eure „Meinung“

Liebe Frau von Dorsten,

Sie haben recht: Es werden in der Bibel und in der christlichen Tradition viele Bilder für das Verhältnis zwischen Gott, Jesus und den Menschen verwendet, die einander – wenn man sie alle gleichzeitig verwendet – widersprechen. Aber das ist genau der Punkt: All diese Worte sind Bilder. Sie sollen jeweils einen Teil der Beziehung anschaulich machen. Wenn Paulus das Bild des Leibes, des Körpers Christi benutzt (1. Korinther 12,12), will er damit deutlich machen, dass alle, die an Christus glauben, zusammengehören wie die einzelnen Glieder eines Leibes.

In dem Bild von der Braut und ihrem Bräutigam geht es vielmehr um die Liebesbeziehung zwischen Gott und der Kirche. Es geht außerdem um die Freude an der Gegenwart Jesu und um den Aspekt, dass die Christinnen und Christen bereit sein sollen für den Moment, an dem Christus zurückkehrt (wie in dem Gleichnis in Matthäus 25).

Die Bilder beziehen sich also auf verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen uns und Jesus, gleichzeitig können die Bilder selbst Unterschiedliches ausdrücken. Das Bild von der Braut bietet nun einmal viele Möglichkeiten zum Assoziieren: Freude, Fest, Liebe, Versprechen, Warten, Kleid, Schmuck, Gottesdienst, Aufregung – die Liste lässt sich beliebig verlängern. Egal bei welchem Bild: Sie können sich überlegen, ob es ihre Beziehung zu Christus treffend beschreibt. Und, wie gesagt, Sie müssen nicht gleichzeitig Leib Christi und seine Braut sein.

Herzlich

Frank Muchlinsky

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