Darum dürfen Frauen Pfarrerinnen werden

gestellt von Maren am 5. August 2015
Dürfen evangelische Frauen Pfarrerinnen werden?

©epd-bild/Peter Endig

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

ich studiere gerade im 3. Semester Theologie auf Pfarramt und beschäftige mich mit der Frage, ob Frauen nach Gottes Willen Pfarrerinnen werden dürfen. Mir ist es sehr wichtig, meine Meinung theologisch und biblisch fundiert begründen zu können. Im Internet finde ich allerdings hauptsächlich Argumentationen gegen die Frauenordination, oft auf 1. Tim. 2, 12 gestützt. Die Argumentation für die Frauenordination mit Gal 3, 28 wird sehr schnell widerlegt, weil es dabei nicht um Aufgaben in der Gemeinde, sondern vielmehr um das Heil ginge.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir helfen könnten und mir Ihre Sicht der Dinge erklären.
Mit freundlichen Grüßen,
Maren

Liebe Maren,

Gern will ich Ihnen schreiben, warum meiner Meinung nach die Frauenordination für evangelische Christinnen und Christen selbstverständlich ist. Dass Sie im Internet vor allem Argumente gegen die Frauenordination gefunden haben, liegt nicht zuletzt an einer Schieflage, die dieses Medium mit sich bringt. Die Möglichkeit, im Netz jede  noch so obskure Meinung allein dadurch stark zu machen, weil sie von vielen Leuten und immer wieder vertreten wird, führt dazu, dass man – wenn man sich selbst informieren will – das Gefühl bekommen kann, diese Meinungen seien die vorherrschenden oder gar "gültigen".

Was nun die Frauenordination betrifft, so finden Sie hier auf mehreren Seiten Gruppen und Einzelpersonen, die sich im Internet dagegen aussprechen, meistens mit der von Ihnen zitierten Stelle im Timotheusbrief ("Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still" 1.Tim 2,12). Hierzu hat die Evangelische Kirche in Deutschland einen ausgesprochen klaren Einwand formuliert:

"Die isolierte Betrachtung einzelner biblischer Sätze, aus denen verschiedentlich die Ungleichheit der Geschlechter abgeleitet werden soll, hat sich als nicht haltbar erwiesen. Heute ist in der EKD Konsens, dass Gehorsam gegenüber der Bibel nicht bedeuten kann, dass einzelne Bibelverse als "Beweissätze" isoliert werden und dabei ihr engerer und weiterer Kontext ausgeblendet wird. Vielmehr erschließt sich das Verständnis biblischer Texte erst aus dem Zusammenhang der vielfältigen biblischen Traditionen, die gerade in ihrer Verschiedenartigkeit und Zeitverflochtenheit gelesen werden müssen." (aus: Rolle der Frau in der EKD, Anhörung vor dem Gleichstellungsausschuss des Europarats "Frauen und Religion" am 10. September 2004)

In diesem Einwand wird deutlich, dass die Gegner der Frauenordination eine grundsätzlich unangemessene Art der Bibelauslegung nutzen, um ihre Argumente zu untermauern. Die Frage nach der Frauenordination ist hier nur ein Beispiel für viele andere, in denen einzelne Stellen der Bibel herangezogen werden, um eine eigene (meist konservative) Haltung zu untermauern. Der Fehler bei dieser Art der Bibelauslegung ist, dass hier die Schrift selbst als die Offenbarung Gottes herangezogen wird. Die Offenbarung Gottes aber ist nach unserem Bekenntnis Jesus Christus selbst. Die Bibel, die Schrift ist lediglich das Zeugnis dieser Offenbarung. Darum kann sie niemals Gesetz sein, sondern ist Evangelium, frohe Botschaft von den Heilstaten Gottes.

Wenn wir also die Schrift heranziehen, um zu schauen, was wir aus ihr zum Thema der Frauenordination lernen können, müssen wir die Gesamtheit der Botschaft im Blick behalten. Diese aber besagt, dass es in geistlicher Hinsicht – und nach evangelischem Verständnis! – keinen geistlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. Eine wichtige Errungenschaft des Protestantismus ist die Besinnung auf das sogenannte "Priestertum aller Getauften". Das besagt, dass alle Getauften in die Nachfolge Christi berufen sind. Das Argument der Gegner der Frauenordination, das Sie anführen, es gehe in Bibelstellen wie Gal 3,28 ("Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.") um das Heil und nicht um die Aufgaben in der Gemeinde, ist aus evangelischer Sicht nicht stichhaltig. Das Heil, das uns durch Christus geschenkt ist, ruft alle Getauften in die Nachfolge, also auch in die Verkündigung.

Wie in anderen Bereichen auch (siehe zum Beispiel die Debatte um die Familie), hat die evangelische Kirche hier ihre Position geändert. Eine Frauenordination gibt es erst seit etwas über dreißig Jahren in der gesamten EKD. Da Veränderungen immer auch mit Verunsicherung einhergehen, wird von den Gegnern solcher Veränderungen der Vorwurf der Beliebigkeit erhoben, oder es wird gesagt, man würde lediglich einem Trend folgen. Diese Vorwürfe sind ebenfalls falsch, denn auch sie speisen sich aus einem unangemessenen Verständnis von Tradition und Bibel. Wir müssen nicht jede Vorschrift der Bibel bewahren, wenn sie – nach reiflicher Überlegung – der Botschaft vom Heil durch Jesus Christus nicht entspricht. Das hat nichts mit "Zeitgeist" zu tun. Das Christentum hat von Anbeginn die Botschaft, die in der Heiligen Schrift vorlag, ausgelegt und daraus wiederum eigene Positionen entwickelt. Die Bibel selbst zeugt von solchen Entwicklungen und den dazugehörigen Diskussionen. So musste Paulus sich ständig mit Menschen auseinandersetzen, die sich auf die Schrift beriefen, um Veränderungen zu wehren. Der Galaterbrief, aus dem Sie zitieren, ist hierfür ein ausgesprochen gutes Beispiel. Die Argumentation des Apostels funktioniert auf dieselbe Weise, wie ich sie hier führe: Einzelne Vorschriften aus der Schrift können nicht die Botschaft von Jesus Christus überbieten. Sich an Vorschriften zu halten, die dem Evangelium widersprechen, bedeutet, die Freiheit, die uns Christus brachte, zu verachten.

Wenn Sie also, liebe Maren, sich auf eine Diskussion mit Gegnern der Frauenordination einlassen wollen, rate ich Ihnen, dass Sie nicht nach Bibelstellen suchen, die Sie als Argumente dafür verwenden können, einmal Pfarrerin werden zu dürfen. Schauen Sie vielmehr auf das Gesamte der Botschaft. Die lautet, dass wir alle, die wir getauft sind, zur Nachfolge Christi berufen sind. Das bedeutet, dass jede und jeder Getaufte auch das Amt der Pfarrerin oder des Pfarrers anstreben kann.

In Vorfreude auf eine neue Kollegin grüße ich Sie herzlich!

Frank Muchlinsky

P.S. Wenn Sie es gern noch ausführlicher hätten, lesen Sie gern die Stellungnahme der der Kammer für Theiologie der EKD zu "Frauenordination und Bischofsamt" von 1992.

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Kommentare

Bei dem ganzen Diskurs fehlt die Grundlage.

Hat Gott mich Berufen seiner Gemeinde vorzustehen, folge ich Christus nach oder mache ich eine normale Arbeit.

Ist es eine Arbeit ohne Christusnachfolge, ist ein geistliches Amt
abzulehnen.

Warum steht denn wohl im Timotheus: einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre? Weil es eben Usus war, dass in urchristlichen Gemeinden die Frauen ebenso lehrten, tauften, Eucharistie hielten wie die Männer. Der Schreiber des Briefes, eigentlich einer Gemeindeordnung, hat etwas dagegen. Ebenso die berühmtere Stelle im ersten Korinther. Die Frau schwieg eben nicht in der Gemeinde. Das sind doch schon mal zwei wunderbare Spiegel für ein "evangelisches" Gemeindeleben. Und dann noch Galater drauf.. ja. Als Frau eine Gemeinde leiten - aber ja doch, natürlich und als evangelische Christin erst recht...

Herr Weihmann, meinen Sie, dass ein Mensch, der kein geistliches Amt ausübt, Christus nicht nachfolgt? Also Supermarktkassierer oder Verkehrspolizistinnen oder Friseure machen eine "normale" Arbeit ohne Christusnachfolge? Christusnachfolge hängt doch nicht daran, was Sie arbeiten, bitteschön.

Das Priestertum aller Getauften hat damit ebenfalls nix zu tun.

Meint:
der Kopfschüttler

Hallo Maren,
Pfarrer Muchlinsky hat viel geschrieben, um Deine Frage zu beantworten, und wenig gesagt, außer das er die EKD-Richtlinie vertreten hat, wofür wahrscheinlich eine Extra Planstelle eingerichtet wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dir das weiter geholfen hat. Ich persönlich habe mich, obwohl als Mann, auch schon mit der Frage auseinander gesetzt. Das wichtigste, das mir dazu einfällt ist Adam und Eva. Lies den Sündenfall selbst einmal nach. Gott "bestrafte" Adam und Eva jeweils auf die ihm angemessene Weise. Lies nach was er zu Eva sagte. Daraus leitet sich viel ab, was die Stellung der Frau in der Ehe und in der Gemeinde betrifft. Andererseits gibt es kein Gebot Gottes das sagt: Frau, Du sollst nicht predigen! Und die Gebote sind der Rahmen dessen, in dem wir uns bewegen sollen. Aber schau Dich um in der Bibel. Viele Beispiele erzählen von Frauen und ihrem überragenden Wirken ohne Predigtamt. Mach Dir bitte auch Gedanken, wie Du den anspruchsvollen Beruf mit Deinen Familienplänen in Einklang bringen willst. (Auch wenn dieser Satz auf dem EKD-Index steht und als frauenfeindlich gilt, was in meinem Fall absurd ist).
Pfarrer Muchlinsky!
Wenn ich eine Frage zu Glauben und Religion hätte, würde ich Sie bestimmt nicht fragen.
Herzlichst Bernd Buerschaper

noch mal glück gehabt, dass Herr M. eine 2000 jährige fehlpraxis widerlegt hat ..

Liebe Maren,
die SELK ist keine Mitgliedskirche der EKD. Sie arbeitet sich Jahrzehnten intensiv an diesem Thema ab. Eine Dokumentation ist dabei entstanden, in dem sowohl Befürworter als auch Gegner mit ihren Argumenten ausreichend zu Wort kommen. Das Dokument findet sich hier: http://www.selk.de/download/Ordination-Frauen_2009.pdf. Letztlich geht es darum, wie die Schrift zu verstehen ist (Hermeneutik) und welchen Stellenwert sie haben soll. Ist sie Gottes Wort oder enthält sie Gottes Wort? Ist letzteres das Ergebnis, wer entscheidet das? Die evangelische Kirche kennt kein Lehramt. Eine intensive Beschäftigung mit dem Amt der Kirche und seinen Grundlagen ist spannend. Ein Blick in die Ökumene kann den Horizont erweitern... nicht nur Richtung SELK, sondern auch römisch-katholisch und orthodoxe Theologie.

Zitat: "Ist sie Gottes Wort oder enthält sie Gottes Wort?"

Die Bibel enthält das Wort Gottes. Gottes Wort ist Jesus Christus.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Johannes 1,1)

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1,14)

Die Bibel enthält das Wort Gottes. Aber sie ist nicht das wortwörtliche Wort Gottes. Das ist an den vielen Widersprüchen, die es in der Bibel gibt zu erkennen. Die Bibel ist von Menschen geschrieben und da kommt es zu solchen Widersprüchen. Vor gar nicht langer Zeit habe ich wieder mehrere Widersprüche in einem vergleichsweise kurzen Abschnitt entdeckt.

Bei Matthäus ist in der Geschichte "Die Aussendung der Zwölf" folgendes zu lesen:

Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. (Matthäus 10,9-10)

Bei Markus können wir an gleicher Stelle dies lesen:

und gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel, wohl aber Schuhe, und nicht zwei Hemden anzuziehen. (Markus 6,8-9)

Ich bin überrascht: Es gibt reichlich Gegenwind für die Ausführungen von Herrn Muchlinsky, alleridngs geht dieser (der Gegenwind) nicht über das erneute Zitieren einschlägig erörterter Bibelstellen hinaus. Dabei werden erneut zwei Fehler gemacht:
1: die Bibel wird als Gottes Wort dargestellt. (Wir haben es mit Briefen zu tun und nicht mit einer göttlichen Offenbarum, wie im Koran!). Historische-kritische Exegese ist zwar sicherlich mühsamer als buchstabengetreues Nachahmen, aber dafür intellektuell redlicher.
2: (überkommene) Traditionen werden als argumentative Grundlage für moderne Fragestellungen herangezogen. "Das haben wir (in der katholische/orthodoxen Kirche?) aber schon immer so gemacht...)".
Das ist allerdings kein Argument, sondern ein Zirkelschluss.

Auch wenn die Thematik mich nicht persönlich betrifft, danke ich Herrn Muchlinsky für seine Ausführungen und möchte noch betonen, dass ich, "wenn ich eine Frage zu Glauben und Religion hätte..." ihn bestimmt fragen würde.

Es grüßt freundlich, T. Friederich

Wird denn nicht in diesem Studium über die Worte Jesus gesprochen? Wenn doch und diese Verstanden wurden, würden sich solche Fragen doch selbst ausschliessen. Die krampfhafte Vorstellung eines Gottes gefangen in einer Persönlichkeit kann doch kein ernsthaftes Thema mehr sein. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Jesus hat sich stehts selbst erniedrigt um Andere zu erhöhen. Das war Nächstenliebe in ihrer puren Art. Werden solche Dinge wie "ihr tragt den Tempel Gottes in euch" "ich bin der Weg.." einfach überlesen oder nicht behandelt? Jesus wusste genau, dass er stets vor Gott steht, egal wen er anschaute. Jedem ist Alles erlaubt, wenn er seinen Nächsten dadurch dienen kann. Es gibt keine auferlegten Dogmen durch "Gott". Und wenn vor 2000Jahren es einer nicht richtig verstanden hatte und einen Brief verfasste, so ist dieser Brief heute immernoch kein bisschen mehr wahr. Wenn Gott die Liebe ist, kann sie keinen Hass erzeugen, keine Strafen verteilen, keine Gesetze vorschreiben. Diese Eigenschaften sind denen vorbehalten die behaupten sie seien Gott. Solche Dogmen sähen Hass und Mißgunst sogar innerhalb von Glaubensgemeinden. Gott kann durch gerechtes Handeln und Liebe zu unseren Nächsten durch uns wirken. Das ist der "schmale Weg" von dem immer gesprochen wurde. Der Weg der Gerechten. Wäre Gott gerecht wenn er 3 Kinder auf die Welt entsendet, eines nach Deutschland (christlich), eines nach Syrien (Muslim) und eines nach Jerusalem(Jüdisch)? Wenn eine Glaubensrichtung wahr ist, müssen 2 andere falsch sein? Gott macht es 2 von 3 Kindern schwer zu ihm zu finden? Während eines in der Wahrheit geboren wird? Hat er nicht Jedem vielmehr die Möglichkeit gegeben durch freien Willen und Denkvermögen die Wahrheit zu finden? Jeder sollte beginnen selbst nachzudenken.

Die Grundsatzentscheidung, die schon mehrmals angesprochen wurde, ist hier von entscheidender Bedeutung für das weitere Vorgehen und dem Umgang mit dem Bibeltext zum Thema "Die Rolle der Frau in der Gemeinde" (1. Timotheus 2, 12) im Bezug auf das Amt des Lehrens.
Man kann meiner Meinung nach zu zwei Erkenntnissen kommen:
1. Der Bibeltext ENTHÄLT Gottes Wort und ist demnach von fehlbaren Menschen geschrieben, deren Fehler bzw. eigenen Meinungen sich auch in der restlichen Bibel finden lassen, also zeitlich und kulturell bedingte Aussagen wie die Stelle aus Thimotheus, die so nict in unserer Kultur aufgegriffen werden können, da man der eigentlichen Aussage der Bibel und der Grundlage des Evangeliums im Weg steht. (Vgl. Galater 3,26 - es sind alle gleich in Christus usw.)

Meine Frage zum ersten Weg: Was ist denn nun in der Bibel Das enthaltene Gotteswort? Wer legt das fest, was dazu zählen darf und was nicht? Woran kann man das festmachen?

2. Die Bibel und alles was darin steht, ist ebenfalls fehlbaren aber göttlich inspirierten Menschen geschrieben und IST dementsprechend Gottes Wort und alles was darin steht hat seine Daseinberechtigung und seinen Sinn, warum es dort steht. Wenn man nun der immer noch heiklen Frage nach Frauenordination nachgeht, wird man wohl oder übel erstmal innerbiblisch nach Argumenten suchen müssen, die ein Verstehen der Bibelstelle ermöglichen. (Wenn man nach Weg 2 geht) - Denn man kann ja nicht einfach Gottes Wort im Thimotheusbrief, der auch seine Daseinsberechtigung im Biblischen Kanon hat, einfach herausnehmen, weglassen oder als historisch veraltet abtun...
Paulus argumentiert aus dem Bibeltext heraus folgendermaßen: Er stellt zwei Verbote auf
1. Die Frau soll nicht lehren
2. und nicht über den Mann herrschen
Und dannn fügt er eine Begründung an: (Vers 13-14)
1.Denn Adam wurde zuerst gemacht und die Frau wurde verführt.

Man muss sich nun die Frage stellen: Warum tut Paulus das? Warum führt er als Begründung für dieses Verbot die Schöpfungsgeschichte und den Sündenfall an?
War er so versessen darauf, dass die Frau ja niemanden lehre, dass er scheinbar völlig wahllos Argumente dagegen anführte?
War er so unwissend, welche Vergleiche er hier zog? - Ich glaube kaum... Als Schriftgelehrter war er bestens mit der heiligen Schrift und ihrem Inhalt vertraut!
Oder wollte er mit dieser Begründung doch etwas sagen?! Und wenn ja, WAS wollte er damit sagen?

Ich würde mich über Rückmeldungen und vor allem konstruktive Antworten zu meinen Fragen freuen! :) vielleicht kann das unserer Fragestellerin nützlich sein! :)
Liebe Grüße!

Für mich bleibt die Frage, warum es in Zeiten der Gleichberechtigung von Mann und Frau immer noch Kirchen gibt, die eine Frauenordination ablehnen? Womit begründen diese Kirchen ihre Ablehnung?

Jesus wird hier von einer kananäischen Frau belehrt. Sie verschiebt Grenzen, indem Sie Jesus zugleich demütig aber sehr geistreich aufzeigt, dass seine Botschaft über das jüdische Volk hinausreicht. Ganz analog zu dieser Grenzüberwindung ist auch eine Ordinationsbeschränkung auf Männer unzulässig. Wenn eine Frau Jesus belehren kann, ist ein pauschaler Ausschluss von Frauen nicht zu begründen.

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