Kann man für Verstorbene beten?

gestellt von Sandra Mausberg am 13. Februar 2017
Engel

Foto: Arne P. Boettger/photocase

Lieber Herr Muchlinsky,

mich beschäftigt grade sehr die Frage, ob meine Gebete für meine verstorbenen Eltern ihnen noch helfen können.
Beide lehnten den Glauben an Gott ab; von meinem Vater erzählt man sich noch heute, er sei nur insgesamt zwei mal in einer Kirche gewesen: Bei seiner Taufe und bei seiner Beerdigung. Tatsächlich ist er damals nicht einmal zu meiner Konfirmation in die Kirche gekommen...
Meine Mutter neigte zu Gewaltausbrüchen gegen mich und lies mich in einen Maß verwahrlosen, dass ich mit sechs Jahren fast starb und lange im Krankenhaus liegen musste. Mein Vater griff nicht in ihre "Erziehung" ein.
Trotzdem glaube ich, dass meine Eltern keine wirklich "bösen" Menschen waren, eher überfordert und als Kinder selber vom Krieg traumatisiert und mit ihrem Erlebten ein Leben lang allein gelassen.

Leider war ich zu Lebzeiten meiner Eltern nicht in der Lage ihnen zu vergeben; zu schwer war mir, was sie mir in mein Leben mitgaben. Ich bin mir sicher, dass es Jesus war, der mir dabei half, Verständnis für meine Mutter und meinen Vater zu finden und ihnen zu vergeben. Somit konnte ich auch einen Großteil der Bitterkeit meines Lebens verlieren. Gern stelle ich mir vor, dass wir uns im Himmel wiedersehen, wo auch ihre Seelen von allem Schmerz geheilt sind und wir endlich einander liebend begegnen können. Ich bin von dem Gedanken ausgegangen, wenn ich als winziges, unbedeutendes Menschlein vergeben kann, um wie viel mehr kann es dann Gott?

Jedoch hat mich eine Frau in der Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass das so nicht funktioniere. Wenn selbst Menschen, die zu Jesus sagen: Herr!, Herr!" nicht mit Sicherheit ins Himmelreich kämen , dann wohl erst recht keiner, der Jesus nicht zu Lebzeiten angenommen habe. Und im Gleichnis vom armen Lazarus und dem reichen Kerl stehe ja auch, dass da nach dem Tod eine unüberbrückbare Kluft sei zwischen Himmel und Unterwelt, so dass meine Gebete für meine Eltern diese jetzt auch nicht mehr retten würden.
Im Moment liege ich gefühlsmäßig zwischen Tränen und Trotz. Einerseits klingt es richtig und biblisch belegt, was die Frau mir da gesagt hat, anderseits hat doch Jesus zugesichert: Bittet, so wird euch gegeben. Und ich möchte die Seelen meiner Eltern geheilt und gerettet wissen...
Können Sie mir wohl ein wenig mehr Licht in die Sache bringen? Ich bin grade einfach nur traurig und verwirrt.

Herzlichen Dank im Voraus und liebe Grüße,
Sandra M.

Liebe Frau M.,

 

was Sie schreiben, ist sehr berührend. Wie Sie selbst sagen: Es fällt uns Menschen so schwer zu vergeben. Da ist es eine große Sache, dass Sie das bei Ihren Eltern geschafft haben. Ich teile Ihre Ansicht, dass Gott unendlich viel mehr vergeben kann, als wir Menschen es können. Und ich teile auch Ihre Hoffnung, dass er das am Jüngsten Tag tun wird. Die Bibel hat Unterschiedliches über das Jenseits zu sagen. Die Vorstellung einer Unterwelt ist dabei eher die Ausnahme.

 

Vielleicht hilft Ihnen die Geschichte von Jesus und der Frau weiter, die beinahe gesteinigt worden wäre, weil man sie beim Ehebruch ertappt hatte. Als Jesus den Leuten, die um sie herumstehen sagt, dass derjenige den ersten Stein werfen solle, der ohne Sünde sei, gehen sie alle weg, und Jesus fragt die Frau: „Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?“ Sie antwortete: „Niemand, Herr“ Darauf Jesus: „Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht“ (Joh 8,10-11). Jesus geht es nicht darum zu verdammen. Wenn Sie Ihren Eltern vergeben, wer sollte dann noch Ankläger sein? Jesus? Der Jesus, der alle Schuld der Welt auf sich nahm und für uns am Kreuz starb? Der soll kleinlicher sein als wir Menschen es sind? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

 

Ja, wir wissen es nicht, ob wir ins Himmelreich kommen oder nicht. Wir können uns nicht sicher sein, und wir sollen uns auch nicht sicher sein, denn das würde uns träge und selbstgerecht machen. Es würde uns aufblähen wie alle, die sich allzu sicher sind, auf der richtigen Seite zu stehen. Aber wir dürfen hoffen. Wir dürfen für uns selbst hoffen und für alle anderen auch, und wir dürfen uns hoffnungsvoll an Gott wenden im Gebet. Was sollte Gott mehr erfreuen als wenn wir es so meinen, wenn wir beten: „… wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“

 

Darum: beten Sie weiter! Denn auch das sagte Jesus: „Betet! Betet wie jemand, der mitten in der Nacht etwas von einem Freund haben will. Betet wie eine Frau, die einen Richter Tag für Tag mit ihrem Anliegen in den Ohren liegt.“ Ich wünsche Ihnen Frieden – für Ihre Seele und für Ihr weiteres Leben.

 

Ihr Frank Muchlinsky

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Kommentare

Sry, seh ich anders. Joh.3, 16 sagt doch klar und deutlich wer in den Himmel kommt und wer nicht. 20 Verse später, Joh.3, 36 wird er auch noch sehr deutlich, meiner Meinung nach. Und noch manche andere Stelle redet davon. Warum kann man das dann nicht wissen?

Und das Bsp. aus Joh.8 find ich auch unpassend. Was hat das mit der Frage zu tun? Die Frau war noch am Leben, hatte somit die Chance Buße zu tun und zum Glauben zu kommen. Theoretisch zumindest wär das im Rahmen des Möglichen. Ihre Eltern sind tot. Da gibt es eigentlich nichts groß zu diskutieren. Tote hatten ihre Chance, eine zweite gibt es im evangelischen Glauben nicht. Die Katholiken, die Buddhisten, Hindus, die können das alle noch versuchen. Hebr.9, 27: Und wie den Menschen bestimmt ist, "einmal" zu sterben, danach aber das Gericht.

Die Katholiken (!!), die Buddhisten, die Hindus ... au weia. Sie meinen echt, im Himmel gibt's nur Evangelische, und Evangelische wären nur solche wie Sie? Wie gut, dass Gott unser Richter ist und nicht Sie, Marc Wendling.

Ja , wir wissen nicht, wie genau es im Jenseits sein wird, aber wir haben eine Orientierung, dass es himmlische und höllische Dimensionen (Welten) gibt, wie Jesus im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus beschreibt, beide sind von einander getrennt. Aber Jesus selbst hat im Jenseits Geistern gepredigt (1.Petrus 3. 19 ) und diese Trennung überwunden. Deshalb ist es gut und richtig, die Verstorbenen in unsere Gebete einzuschließen im Vertrauen auf die Worte, die Jesus den (hier) Lebenden sagte: Bittet, so wird euch gegeben!

Markus 2 Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten:"Mein Sohn, dir sind deine Sünden vergeben."... Und zu dem Gelähmten sprach er:" Steh auf!"

Es ist bei den Menschen wohl vieles unmöglich und unvorstellbar, aber bei Gott ist es möglich.
Ich meine, die Antwort auf diese Fragen kann nur durch Gott erfolgen. Aber es gibt für mich keine Berechtigung , einem Menschen zu sagen, dass die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit vergebens ist. Im Gegenteil! Hätte sonst Jesus für die vielen ganz und gar unbußfertigen Menschen , due nicht wussten,was sie taten, als sie ihn ans Kreuz brachten,um Gottes Vergebung gebeten?

Liebe Interessierte,

Jesus Christus ist für mich gestorben und wieder lebendig geworden. Wenn ich hiervon überzeugt bin, kann ich mir auch sicher sein, dass ich in den Himmel komme. Denn das ewige Leben beginnt schon heute, jeden Tag neu, in mir und der Heilige Geist hat schon begonnen in mir zu wirken. Da geschrieben steht, er, Jesus, gibt das Werk seiner (durchbohrten) Hände nicht preis, und ich bin sein Werk, darf ich mich hierauf fröhlich verlassen.

Mit reformierten Grüßen
Alex

Johannes 7:38 «Wenn jemand an mich glaubt, werden Ströme von lebendigem Wasser aus seinem Inneren fliessen, wo wie es die Schrift sagt.»
Johannes 7:39 «Er meinte damit den Heiligen Geist, den die erhalten sollten, die an ihn glauben würden.»

Lesen sie es aufmerksam, damit sie niemand täuschen kann. Jesus Christus sagte, dass wir merken werden, wenn wir in der wahren Kirche sind, sobald wir die Strömung, die Flüsse von lebendem Wasser spüren. Es ist der Heilige Geist, welche jene erhalten werden, welche an ihn glauben.

Der Heilige Geist zeigt sich, wenn sie ihn in ihrem Innern wie Flüsse von lebendigem Wasser spüren. So erfahren sie, dass sie den Heiligen Geist empfangen haben. Und wenn sie den Heiligen Geist empfangen haben, sind sie Gläubige der richtigen Kirche. Und wenn sie Gläubige von Jesus Christus sind, dann sind sie in der richtigen Kirche. Denn – wie bereits erwähnt – die richtige Kirche ist der Körper von Jesus Christus, Gottes Sohn. Jeder kann es verstehen: Sie können feststellen, dass sie der römisch-katholischen, der reformierten, der neu-apostolischen oder reformierten Kirche angehören. Wenn sie aber keine Flüsse von fliessendem lebendigen Wasser in ihrem Wesen spüren, dann sie nicht in der richtigen Kirche. Sie können sagen, dass sie in der methodistischen, der presbyterianischen oder evangelischen Kirche oder in der Pfingstgemeinde sind. Wenn sie aber keine Flüsse von lebendigem Wasser spüren, dann sind sie nicht im Leib Christus.

Wenn ihr auf den Betreff Fragezeichen habt, dann zeigt ihr, dass ihr nicht genug über den neuen Bund wisst.

Daher forscht bitte zuerst mal nach was ihr in der Bibel findet mit dem Wort Bund.

Ja, dann werdet ihr sogar noch an Aussagen kommen die Jesus machte im Zusammenhang mit dem Bund.

Die Zeichen des Bundes.

Ich würde dann wenn ihr das alles nachgelesen habt mal gerne wissen, wie ihr darauf Antwortet, was ihr darauf zu sagen habt.

Auch ob ihr dann immer noch derselben überzeugend seid wie ihr sie bisher kund tatet.

Ich sage den Menschen immer wieder: "seit ich bemerkt habe, dass ich Lüge, glaube ich keinem mehr"

Also euren Antworten gemäss sehe ich, dass ihr diesbezüglich in der Bibel noch nie was aufmerksam studiert habt.

Würde ich euch belügen wollen dann würde ich euch daran hindern wollen selbst in der Bibel zu lesen.

Aber leider ist es so, dass Leute keine Ahnung haben die grössten Experten sein wollen.

Freundliche Grüsse

Ein Gast

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