Formulierung Jungfrau Maria im Glaubensbekenntnis

gestellt von Herbert Sauer am 13. November 2017

Gab es früher eine Formulierung die den Begriff Jungfrau vermeidet?

Lieber Herr Sauer,

das Apostolische Glaubensbekenntnis enthält sicherlich eine Reihe von Formulierungen, bei denen man ins Stocken kommen kann. Da ist „geboren von der Jungfrau Maria“ nur ein „Stolperstein“ unter anderen. Es hängt nicht zuletzt vom eigenen Glauben ab, mit welcher Formulierung man zu ringen hat. Allerdings sind die einzelnen Aussagen einmal sehr bewusst gewählt worden. Mit dem Bekenntnis, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, wollten die Verfasser des Glaubensbekenntnisses betonen, dass Jesus eben nicht auf „biologischem Wege gezeugt“ wurde. Es geht also vor allem um die Göttlichkeit Jesu in dieser Formulierung.

Aus diesem Grund hat es auch „früher“ keine Anstrengungen gegeben, diese Formulierung zu ändern. Ein Glaubensbekenntnis ist dafür da, dass eine Gemeinschaft es zusammen spricht. Es ist der Ausdruck dafür, dass man zu denen gehört, die das sagen. Wenn man nun eine Aussage so nicht mitsprechen möchte, so kann man sie schlicht weglassen. Man bleibt in diesem Moment stumm. Auf diese Weise schließt man sich nicht aus der Gemeinschaft aus, macht aber gleichzeitig still deutlich, dass man hier nicht mitgehen kann.

Eine andere Möglichkeit ist freilich, dass Sie selbst nach einer Formulierung suchen, die das ausdrückt, worum es in dieser Passage geht. Sie könnten also „geboren von der Jungfrau Maria“ in „Ihrem“ Glaubensbekenntnis ändern in „geboren von einer Frau, gezeugt von Gott“. Beim gemeinsamen Sprechen würde das allerdings etwas „rumpelig“ klingen.

Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen!

Herzlichen Gruß

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Hallo Herr Muchlinsky,

ich vermisse in Ihrer Antwort oben einen Link zum "AHA", das vor einiger Zeit, zum Thema Glaubensbekenntnis, zum Anhören zur Verfügung stand (AHA - So ist das mit dem Glaubensbekenntnis). Oder gibt es einen Gund dafür, dass Sie hier den Link nicht gesetzt haben?

Herzliche Grüße
Susanne

Hier ist der Link. Herzliche Grüße!

Hallo Herr Pfarrer Frank Muchlinsky,
ich finde das richtig gut, wie Sie Ihre Antwort formuliert haben. Ehrlich. Aber könnte ich auch mal den anderen Pfarrer Frank Muchlinsky sprechen? Ich meine den, der auch Theologe und Wissenschaftler ist. Was würde der zu diesem Text sagen? Ist es auch möglich beide Pfarrer gleichzeitig einzuladen - oder wäre das irgendwie unpassend?

Ach, ich hoffte, der Seeldorger wäre ausreichend gewesen. Liebe Güße!

Sie, lieber Herr Sauer, könnten die beiden Sätze aus der Antwort oben (".......gezeugt von Gott, geboren von einer Frau........") in Gedanken mitsprechen und danach mit der ganzen Gemeinde laut weitersprechen. Dann würde es auch nicht "rumpelig" klingen, denke ich.

Also ungefähr so: Die Gemeinde spricht laut: "........empfangen von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria..........."
Sie, Herr Sauer, sprechen in Gedanken: "..........gezeugt von Gott, geboren von einer Frau..........." und danach wieder laut, zusammen mit der ganzen Gemeinde "........gelitten unter Pontius Pilatus,..........."

Probieren Sie es doch am Besten einfach mal aus.

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