Teilnahme am Abendmahl

gestellt von I. N. am 15. Januar 2018

Lieber Herr Muchlinsky,
meine Frage betrifft die Teilnahme am Abendmahl. Meine Tochter nimmt auf ihren Wunsch am Konfirmandenunterricht der Landeskirche Teil. Sie ist noch nicht getauft, da wir eher freikirchlich orientiert sind. Die Pflicht-Gottesdienstbesuche nehme ich mit ihr gemeinsam wahr. Persönlich habe ich selten am Abendmahl Teil genommen, weil ich mich nicht würdig gefühlt habe. Die Predigt hat mich allerdings so bewegt, dass ich zum ersten Mal die Einladung zum Abendmahl richtig verstanden habe und auch der Einladung gefolgt bin. Meine ungetaufte Tochter ebenfalls.
Da sie sich auch taufen lassen möchte, hoffe ich, dass das okay ist.
Was denken Sie darüber?
Mit freundlichen Grüßen,
I. N.

Liebe Frau N.,

wie schön, dass Sie sich so eingeladen gefühlt haben. Das ist eine große Sache! Es ist ja tatsächlich so, dass es nach unserem Verständnis Jesus Christus selbst ist, der zum Abendmahl einlädt. Darum sollten wir ihm auch die Entscheidung überlassen, wer daran teilnehmen darf. In den meisten Gemeinden ist es so geregelt, dass lediglich Getaufte am Abendmahl teilnehmen sollen. Der Grund dafür ist leicht zu verstehen, wenn man sich klar macht, dass das Abendmahl die gemeinsame Feier der Christinnen und Christen ist. Und Christ werden wir eben erst durch die Taufe.

Da Ihre Tochter am Konfirmandenunterricht teilnimmt und ihre Pfarrerin bzw. ihr Pfarrer nicht "eingeschritten" ist, als sie am Abendmahl teilnehmen wollte, gehe ich davon aus, dass die Kollegin oder der Kollege vor Ort es für richtig hält, dass sie bereits teilnahmen darf. Wenn Sie sicher sein wollen, fragen Sie doch gern direkt nach. Allem Anschein nach, ist die Kollegin/der Kollege vor Ort sehr aufgeschlossen für solche Fragen.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Bevor ich 2010 zur Taufe ging nahm ich vorher öfters das Abendmahl in verschiedenen Gemeinden ein. Ich wusste nicht welcher Kirche oder Religionsgemeinschaft ich mich anschließen sollte. Aus dieser Erfahrung heraus bin ich dann in der Stadtkirche in Wittenberg geblieben. Zu sehen und zu schmecken wie freundlich der Herr ist, war es mir wert, schon vor der Taufe daran Teil zu haben. Jesus kam ja darum uns selig zu machen und nicht um uns zu verdammen.

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