Dürfen Christen Tarotkarten legen?

gestellt von Tina am 24. Juli 2018
Tarotkarten

Foto: hirobirock/stock.adobe

Hallo liebe Pia Heu,
Ich bin eine Schülerin einer Gesamtschule und bin 15 Jahre alt. Ich bin durch eine Freundin auf das Thema Esoterik gekommen und würde selbst auch gern Tarotkarten besitzen und anderen Karten legen, einschließlich mir. Dennoch sagt meine Mutter, dass es verboten sei als Christin selbst Karten zu legen. Ich selbst kann von mir sagen das ich gläubig und auch konfirmiert bin und möchte keinesfalls eine Sünde begehen. Darf ich Tarotkarten legen und sie benutzen? Oder wird das nicht akzeptiert? Ich glaube nicht wirklich an Esoterik. Ich finde die Tarotkarten aber interessant und wollte es auch ausprobieren. Danke, dass Sie sich Zeit nehmen um meine Frage zu beantworten :)

Liebe Tina,

vielen Dank für deine Frage. Es freut mich zu lesen, dass du dir Gedanken um dein Christsein machst und dich damit beschäftigst, was das bedeutet.

 

Gern möchte ich dich dazu ermutigen, dir eine eigene Meinung zu Esoterik und zu Tarotkarten zu bilden. Um dies zu schaffen, hast du den ersten Schritt bereits getan, du machst dich auf die Suche nach Informationen zu dem Thema. Vielleicht hast du selber schon einiges gelesen und hast Informationen zu dem Thema gefunden. Aber auch ich möchte dir noch einige Hinweise, aus einer evangelisch-christlichen Perspektive mitgeben.

 

Tarotkarten haben zum Ziel Menschen eine Orientierung, eine Richtlinie zu sein. Das betrifft vor allem die Zukunft, wie es also mit dem Leben weitergehen wird. Werde ich erfolgreich sein? Werde ich einmal heiraten? Werde ich glücklich sein? Wird mir Leid widerfahren? Wahrscheinlich könnte man mit Tarotkarten jede Frage beantworten, die du dir stellst. Sie sind also eine Hilfestellung für uns Menschen und sollen die Zukunft, in die wir nicht blicken können, voraussagen. Eigentlich nehmen Sie uns die Spannung der Zukunft, also die Spannung darüber, was uns im Leben noch bevorsteht. Wir interessieren uns dafür, weil wir ungeduldig sind.

 

Damit sind wir am springenden Punkt: muss ich Tarotkarten legen, weil ich unsicher darüber bin, was mir im Leben (noch) bevorsteht? Oder weil ich nicht darauf vertraue, dass Gott mir einen Weg zeigen wird, den er für mich gedacht hat? Was erwarte ich mir also davon, die Tarotkarten zu legen? Wenn du dir über diese Fragen im Klaren bist und dir eine Antwort überlegst, bevor du die Karten legst, dann spricht nichts dagegen sich die Karten zu legen oder legen zu lassen. Unter einer solchen Antwort stelle ich mir z.B. vor, dass die Karten für dich nie eine Orientierung werden wie du leben sollst. Vielleicht interessiert dich ja auch das System, das hinter den Karten steckt und du möchtest es gern verstehen. Auch das wäre vielleicht ein Grund sich mit den Karten zu beschäftigen. Eine Erwartung, die wie ich finde für Christinnen und Christen nicht mit dem Glauben vereinbar ist, ist die völlige Verlässlichkeit auf die Karten, als wüssten die Karten ganz genau, wie dein Leben weitergeht und als würden sie dich und dein Handeln bestimmen.

 

Du solltest dabei immer im Kopf haben, dass diese Karten nicht dein „neuer Gott“ sind. Natürlich ist es spannend zu sehen, was die Karten über deine Zukunft sagen, aber nichtsdestotrotz liegt dein Leben als Christin in Gottes Hand und nicht in der Hand der Karten. Gott ist immer da; auf ihn kannst du dich verlassen. Er passt auf dich auf. Das können die Karten nicht.

 

Zusammengefasst finde ich es wichtig, dass du dir Gedanken darüber machst, was die Karten für dich bedeuten, was du dir davon erwartest, sie zu legen und was für Konsequenzen du daraus ziehst. Wenn du zu diesen drei Fragen Antworten gefunden hast, die dich von einem Gott, der dein Vater im Himmel ist, nicht abbringen, dann kannst du es mit deinem christlichen Glauben vereinbaren, die Karten zu legen.

Pia Heu

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Kommentare

Wenn man genügend Tarotkarten gelegt hat, kommt
man schon von alleine drauf, was sie genützt haben,
als esoterische Freizeitgestaltung. Mehr aber nicht!
Esoterik soll und will keine Ersatzreligion sein!

Würden Tarotkarten tatsächlich etwas über die Zukunft aussagen können, dann würde das bedeuten, dass die Zukunft schon jetzt unabänderlich feststeht. Der Mensch, der so eine Aussage über die Zukunft erhält, hätte keine Möglichkeit, zum Beispiel ein vorhergesagtes Ereignis zu verhindern. Oder sich in einer Situation anders zu entscheiden.

Denn könnten Karten tatsächlich etwas über die Zukunft aussagen, dann müsste diese ja auch genau so und nicht anders eintreffen. Andernfalls wäre die Vorhersage ja falsch gewesen.

Diese Vorstellung ist mindestens genauso unplausibel und absurd wie die Idee, ein magisches Himmelswesen hätte jedes Menschenleben genau so und nicht anders geplant und wenn man es darum bittet, zeigt es einem, wie der Lebensweg aussieht. Und passt auch noch auf, dass einem nichts passiert.
Beide Vorstellungen, die von den Karten genauso wie die eines wohlwollend ins Geschehen eingreifenden Gottes lassen sich redlicherweise nicht mit der beobacht- und erlebbaren Wirklichkeit in Einklang bringen. Es handelt sich in beiden Fällen um rein menschliche Fiktion.

Tina, wenn du dich für Esoterik (egal ob religiöse oder sonstige) interessierst, dann setze dich kritisch und skeptisch damit auseinander. Je unwahrscheinlicher und unplausibler eine Behauptung, desto besser müssen die Beweise sein.

Liebe Fragenstellerin,
ich als Esoterikaussteigerin kann dir sagen : Lass bloß die Finger davon! 16 Jahre lang war ich in der Esoterik gefangen und die Karten waren nur der Einstieg. Irgendwann wurde ich immer leichtgläubiger und süchtig nach neuen Kartendecks, Kartenlegekurse und Bücher, weil es mich so sehr fesselte. Ich habe sehr viel Geld darein gesteckt aber meinen Frieden darin nicht finden können. Karten können auch unangenehmes vorraussagen. Will ich das wirklich? Ist es nicht eher ein Vertrauensbruch die Karten zur Hand zu nehmen statt Gott und seinem Plan für dein Leben zu vertrauen und zu ihm zu beten. Es gibt einige Bibelstellen in denen steht das Zauberei und Zeichendeuterei (und das sind Orakel wie das Kartenlegen) Gott ein Gräuel sind. Es gibt auch Stellen in der Bibel in denen Völker andere Götter anbeteten (es gibt auch massig Orakelkarten auf dem Markt mit Naturgöttern und Anleitung wie man zu ihnen betet, sie anruft). Auch gibt es eine Stelle in der Bibel in der ein Volk bereut und all seine Zauberbücher verbrennt. Ich erwähne diese Bibelstellen hier jetzt nicht, damit du die Bibel selbst in die Hand nimmst und recherchierst und zu Gott betest und ihn persönlich fragst was er davon hält. Sein Wort und er selbst können dir die richtige Antwort geben, nicht Menschen mit verschiedenen Auffassungen und Erfahrungen.
Ich kann die Angst deiner Mutter gut verstehen. Ich war 13 als ich in die schillernde Welt der Esoterik einstieg und ich kann dein Interesse daran auch sehr nachvollziehen. Als Jugendliche/r stellt man sich zum ersten Mal sehr stark den Sinn des Lebens und ist empfänglich für das Geheimnisvolle das einem vielleicht Antworten liefert. Aber Esoterik wird dich nicht zu Gott (deiner wahren inneren Sehnsucht) bringen sondern dich von ihm wegführen. NewAge und Esoterik erwähnen Gott und Jesus nicht oder lehren ein falsches Evangelium (Irrlehre) welche gerne Satan dem Menschen bringt um ihn auf seine Seite zu ziehen. Jesus wird im Newage ganz anders dargestellt, als Meister unter vielen und du kannst dir x-beliebig für jede Lebenssituation einen Meister deiner Wahl auswählen (wie war das mit dem mehreren Göttern, die man nicht neben sich haben darf?).
Ich warne dich und erwähne dies, da Tarotkarten Gott nicht nur ein Gräuel sind , sondern meistens Toröffner für weitere esoterische Praktiken. Ich bin nach 16 Jahren zu Gott gekommen und bin aus der Esoterik ausgestiegen und ich sehe es als eine Rettung. Gott wollte nicht dass ich in einer Irrlehre verloren gehe. Statt Kartenlegen genieße ich nun die Stille Zeit mit Gott, bete zu ihm. Er gibt mir wahre Führung, Rat und Trost, nicht irgendwelche Karten.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute auf dass der Herr dich behütet vor falschen Wegen und du seine Liebe stark erkennst und in deinem Leben annimmst

Angi

...dass Du diese Zuschrift (Antwort) verfaßt hast. Mir hat es schier den Atem verschlagen, als ich las, was diese Pia Heu zu dem Thema zu sagen hat. Das musste unbedingt korrigiert werden, was Du sehr verantwortungsvoll getan hast. Ein Christ sollte sich vor okulten Praktiken, zu denen auch das Karten legen gehört, hüten. So etwas ist Gott wie auch Jesus ein Greuel. Warum? Weil der Teufel durch derlei Praktiken die Menschen von Gott entfremden will. Am Ende landet man in Abhängigkeit. Wir Christen haben das Privileg, den stärksten und mächtigsten Freund zu haben, den es überhaupt gibt (Gott und Jesus). Und das ohne Zauberei und Okultismus.
Danke Angi!
Gruß von Bernd

Lieber Herr Buerschaper, wir ermöglichen es gern allen Leuten, hier ihre Meinung zu den Antworten zu hinterlassen. Bitte denken Sie aber daran, dass dies in einem höflich-freundlichen Umgangston geschehen sollte. Wenn Sie meine Kolegen als "diese Pia Heu" bezeichnen, empfinde ich das nicht als wertschätzend. Ihre persönliche Ansicht zu dem Thema ist, wie gesagt, durchaus willkommen, auch wenn ich sie nicht teile. Mit freundlichem Gruß, Frank Muchlinsky

Frank bevor du die Menschen ermutigt Satans bräuche hinterher zu laufen sollst du erstmal lesen was die Heilige Schrift dazu sagt.

Bibel
5 Mose 18: 9. Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, so sollst du nicht lernen tun die Greuel dieser Völker, 10. daß nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder Tagewähler oder der auf Vogelgeschrei achte oder ein Zauberer 11. oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter oder der die Toten frage. 12. Denn wer solches tut, der ist dem HERRN ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt sie der HERR, dein Gott, vor dir her.
https://bibliajfa.com.br/app/german_luther_1912/05O/18/9

Ich kann mich nicht erinnern, jemanden ermutig zu haben, Satan hinterherzulaufen, oder seinen Bräuchen.

Meiner Meinung nach ist die entscheidende Frage nicht, ob ich Tarotkarten legen darf oder nicht, sondern wenn ich es tue, mit welcher Haltung.
Bei obigen Kommentaren ging es z.B. manchmal um den Punkt, daraus die Zukunft vorhersagen zu wollen.
Das ist natürlich eine verständliche (oft aus Angst geborene) Versuchung des Menschen, die ich als Christ aber anders sehe: für mich geht es darum, mich Gott anzuvertrauen, was auch immer kommt, und zu bejahen, dass ich als Mensch grundsätzlich nicht weiß, was kommt. Es liegt nicht in meiner Hand. In jedem Moment muss ich mich neu zu meiner Situation, wie sie ist, verhalten, nicht wissend, was im nächsten Moment sein wird. Dieses Ja zum Leben im Vertrauen darauf, dass Gott es gut mit mir meint, ist wichtig.
Wenn ich nun also eine Tarotkarte ziehe und dann z.B. Erklärungen dazu lese, was sie bedeuten soll, kann ich mich fragen, ob sie aus meiner eigenen Sicht für jetzt eine Bedeutung haben kann. Da klingt etwas in mir an, und ich entscheide selbst, ob darin ein Hinweis steckt, den ich aufgreifen möchte oder nicht.
Ich bleibe dabei selbstbestimmt und bilde mir nicht ein, deswegen nun über meine Zukunft mehr zu wissen.
Der Versuch, durch irgendwelche Praktiken (selbst durch noch so fromm scheinende christliche Gebete) Wissen oder Herrschaft über die Zukunft zu erlangen, ist für mich der Irrweg der Magie.
Aber es gibt viele Möglichkeiten, mich selbst besser verstehen zu lernen und zu versuchen, als Christ stimmig zu leben, da braucht es wenig Berührungsängste. Ich bleibe meinem Gewissen verpflichtet in meinem Handeln und mache mich nicht abhängig von einer zufällig gezogenen Karte. Und dennoch kann sie eine Inspirationsquelle sein. Es ist meine Entscheidung und kein sich blindes Anvertrauen einer angeblichen magischen Kraft, die da wirkt.
Es braucht eine gewisse menschliche Reife und Klarheit in der Haltung, dann sehe ich, was gut ist und was mich auf Wege führen würde, die ich nicht gehen möchte.
Und ich versuche nach Kräften fest zu vertrauen (was nicht immer leicht ist, aber für mich letztlich der einzige Weg), dass da Gott ist und dass dieser Gott (mich) liebt, auch wenn ich Manches oder Vieles nicht verstehe; ich akzeptiere die Grenzen menschlichen Handelns und Verstehens und falle nicht auf Magier, Esoteriker, Okkultisten herein, die meinen, sie wüssten mehr...

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