Muslimisch-christliche Beziehung. Und die Kinder?

Gefragt von Iosif
 Omar Moschee in Berlin Kreuzberg

© epd-bild / Stefan Boness/Ipon

Ein Besucherkind spielt am 3.10.2012 im Gebetssaal der Omar Moschee in der Skalitzer Strafle in Berlin Kreuzberg am Tag der Offenen Moschee. Das grofle Islamische Zentrum Omar Ibn Al-Khattab Moschee wird vom Islamischen Verein für wohltätige Projekte e.V. betrieben.

Hallo Herr Muchlinsky,
Meine Freundin und ich führen seit etwa 2 Jahren eine schöne liebevolle Beziehung.
Sie ist keine Christin, sie ist Muslimin.
Ich bin in letzter Zeit immer trauriger und unsicherer, weil man von allen Richtungen hört, dass es ja falsch sei, so eine Beziehung zu führen.
Ich für meinen Teil bin zwar orthodox getauft, habe aber erst sehr viel später den Glauben für mich in einer Art und Weise entdeckt.
Nun würden wir gerne sobald wir Kinder haben, diese beide Religionen mit Liebe vermitteln, mit unseren Erfahrungen und natürlich ganz weit oben das Gebot der nächsten Liebe und Respekt.
Nun lese ich immer mehr im Internet, dass nicht getaufte Kinder als Ungläubige angesehen werden und so vom Segen Gottes und seiner Gnade und dem Leben im Himmel sicher ausgeschlossen sind.
Solche Aussagen machen mich verrückt und ängstlich.
Ich liebe meine Freundin über alles, und ich möchte auch ein gutes Leben mit Glauben führen, der Kraft und Liebe spendet. Allerdings verfolgt mich durch oben genannte Aussagen große Angst um mich, meine Freundin, meine Kinder und gefühlt jeden auf der Welt. Ich würde mir wünschen, dass wir alle zu Gott finden und er uns aufnimmt Auch wenn ich nicht der gläubigste Mensch bin, so möchte ich definitiv ein guter, rechtschaffener, ehrlicher Mensch sein mit viel Liebe.
Lg Iosif

Lieber Iosif,

es tut mir herzlich leid, dass Sie so ängstlich auf Ihre Liebe und Ihre Zukunft schauen müssen. Darum möchte ich Ihnen als Erstes sagen: Gottes Liebe und Barmherzigkeit ist viel größer als alles, was Menschen sich vorstellen können.

Was Sie von der Liebe zwischen Ihrer Freundin und Ihnen schreiben, macht deutlich: Auf dieser Beziehung liegt Segen! Sie gehen liebevoll miteinander um, achten einander und haben Respekt vor dem Glauben der oder des anderen. Genau das ist es, was Paare einander zum Beispiel in einer kirchlichen Trauung versprechen. Sie wollen ihren Kindern von Gott erzählen. Genau das ist es, was Eltern bei einer Taufe versprechen. Ich will damit sagen: Sie haben genau die richtige Einstellung.

Wenn Sie gemeinsam Ihre Kinder mit der Liebe und dem Respekt erziehen, die Sie beide füreinander haben, dann können Ihre Kinder sehr glücklich sein. Und vielleicht entscheiden sie sich ja selbst irgendwann dafür, sich der einen oder der anderen Religion ganz zuzuwenden. Ob nun getauft oder ungetauft: Ihre Kinder würden anscheinend viel von der Liebe Gottes erfahren.

Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihre Beziehung weiter segnet. Lassen Sie sich nicht ängstigen, sondern vertrauen Sie darauf, dass Gott liebevoll auf alle Menschen sieht. Ich persönlich glaube, dass er auf Sie gerade besonders freundlich schaut.

Gott behüte Sie!

Frank Muchlinsky

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