Rockmusik, Horrorfilme und Tattoos im Christentum?

Sarah Katharina Pöckl
© Getty Images/iStockphoto/JuFagundes

Guten Tag,
mein Name ist Sarah, ich bin 26 Jahre alt.
Meine Frage bezieht sich auf die Rockmusik und Horrorfilme.

Ich bin Christin und glaube an Gott und Jesus. Nun wollte ich nachfragen: Ist es schlimm als Christin Rockmusik zu hören, also Bands wie Guns N Roses, Metallica oder AC/DC ?

Dann hab ich noch eine Frage: Wie sieht es mit Horrorfilmen aus? Ist es schlimm, die anzusehen? Ich sehe die Filme an, weil ich es toll finde, wenn das Gute gewinnt und das Böse verliert.

Zuletzt hab ich noch eine ganz kleine Frage: Ich habe ein paar Tattoos an den Armen - ein paar nordische Symbole und ein Kreuz mit Jesus-Schrift. Da ich auch schon Pfarrer mit Tattoos gesehen habe, wollte ich Sie nochmal fragen, was Sie davon halten. Sind Tattoos in Ordnung?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und freundliche Grüße

Sarah Katharina P.

Liebe Sarah,

danke für Ihre Frage. Ich verstehe Ihre Bedenken, denn die Frage, was man als Christin darf und was nicht, beschäftigt viele Menschen.

Zuerst einmal kann ich Ihnen sagen, dass Christsein nicht daraus besteht, Gebote unhinterfragt zu erfüllen. Sondern es geht um eine lebendige Beziehung zu Gott, unserem Schöpfer. Durch gute Taten werden wir keine besseren Christen (Gal 2,16). Trotzdem schreibt Paulus in 1. Korinther 6,12: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ Das heißt, Christinnen und Christen sind frei in dem, was sie tun, haben aber auch Verantwortung für sich.

Wenn Sie merken, dass bestimmte Musik oder Filme Macht über Sie gewinnen und Ihnen schaden, dann wäre es vielleicht besser, sie nicht zu konsumieren. Solange Sie einen gesunden Umgang damit pflegen und die Texte von Liedern mit Ihren Werten vereinbaren können, spricht aus christlicher Sicht nichts dagegen. Gern können Sie hier auch meine Antwort und die Antwort meines Kollegen Jonathan Overlach zu ähnlichen Fragen anschauen.

Zum Thema Tattoos lässt sich im Alten Testament diese Stelle finden: “Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen, denn ich bin der Herr“ (Lev 19,28). Daraus schließen einige, dass Tattoos für Christinnen und Christen verboten seien. Allerdings bezieht sich dieses Verbot auf einen okkulten, heidnischen Brauch, bei dem man sich aus Trauer wegen eines Verstorbenen in die Haut ritzte. Das Tätowieren aus ästhetischen Gründen wird hier nicht angesprochen.

Erstaunlicherweise gibt es in der Offenbarung des Johannes sogar folgenden Vers über Jesus: „Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren“ (Offb 19,16). Diese Beschreibung kann man durchaus als Tattoo interpretieren. Ebenso Jes 49,16, wo Gott sagt: „Siehe, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet“. Viele Christinnen und Christen lassen sich heute sogar christliche Symbole tätowieren, um ihren Glauben zu bezeugen und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen.

Ein koptisches Kreuz auf dem Handgelenk eines ägyptischen Kopten.

So hat zum Beispiel das tätowierte Kreuz auf dem Handgelenk eine lange Tradition in der koptischen Christenheit. Tatsächlich besitzen auch viele kirchliche Hauptamtliche ein Tattoo. Das ist mittlerweile gar nicht mehr ungewöhnlich und kann ein Ausdruck des Glaubens sein.

Wenn Sie also Tattoos besitzen, die Ihnen etwas bedeuten und Gott die Ehre geben, ist das Ihre eigene Entscheidung und völlig legitim.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

Johanna Klee

 

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