Immer weniger gläubige Menschen

Lina
mehrere betende Hände
© Noon Virachada/iStockphoto/Getty Images

Hallo, ich bin gerade in einer sehr verzweifelten Lage in meinem Leben. Schwere Depressionen und Ängste vor dem Tod quälen mich. Aus diesem Grund hadere ich gerade extrem mit Gott/meinem Glauben. Ich habe so große Angst und Zweifel, dass ich nicht mehr funktionieren kann. Und dabei quält mich eine Frage sehr: Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Immer weniger Menschen glauben an Gott. Sind wir als Menschheit verloren? Kommen alle die, die nicht an Gott glauben, in die Hölle?

Liebe Lina,

Ihre Lage tut mir herzlich leid! Ihre Depressionen und Zweifel kann ich Ihnen natürlich nicht nehmen. Aber ich kann Ihnen schreiben, dass Gott mit Sicherheit nicht von Ihnen verlangt, dass Sie funktionieren müssen. Gott ist doch nicht in Jesus Christus in die Welt gekommen, um die zusammenzurufen, die in Ordnung sind und tadellos „funktionieren“. Sie kennen doch die Zeile aus dem Weihnachtslied "O Du fröhliche": „Welt ging verloren, Christ ist geboren.“ So ist das mit Gott. Die Welt war längst verloren. Und Gott hat uns wiedergefunden.

Es spielt für Gott keine Rolle, wie viele Menschen aus der Kirche austreten. Gott liebt uns und die Welt viel zu sehr, als dass er die Rettung in unsere Hände legen würde. Ärgert sich Gott über jeden Menschen, der aus der Kirche austritt? Darüber weiß ich nichts. Ich weiß aber, dass Gott sich über jeden Menschen freut, der zu ihm zurückkommt.

Ich sehe die Menschheit an und bin entsetzt, wie schlimm wir mit einander und mit Gottes Schöpfung umgehen. Darum scheint es mir, dass wir als Menschheit verloren seien, nicht weil viele Leute mit Gott nichts anfangen können. Das war immer schon so, und nur weil ein Mensch Kirchenmitglied ist, sagt das über seinen Glauben och gar nichts aus.

Gott, an den wir glauben, ist in jeder Hinsicht größer als wir. Das gilt auch für Gottes Liebe. Sie ist so groß, dass sie tatsächlich alles verzeihen kann. Alle Schranken, die wir haben, sind für Gott kein Hindernis. Zweifel, die wir haben, Wut und Ängste sind kein Grund für Gott, uns nicht trotzdem zu lieben.

Wie gesagt: Ich kann Ihnen nichts nehmen von dem, was Sie belastet, ich kann Ihnen aber sagen, dass Gott Sie – und uns alle – nicht weniger liebt.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Fragen zum Thema

Lieber Herr S., man sagt, dass reisen bildet, und Ihre Reise zu verschiedenen Religionen…
Liebe Frau Duc, es scheint mir erst einmal sinnlos, dass Jesus jemandem vergibt, der…
Lieber Rene,   ich antworte gern auf Ihre Frage, beschränke mich dabei jedoch auf…