Warum spricht kein Pfarrer den Namen Gottes aus?

Gefragt von Manuel Krause

Wieso hört oder sagt kein Pfarrer in der Kirche den Namen Gottes? Ich selbst war evangelisch, aber es hat mich schon immer genervt, die Titel "Herr" zu benutzen. Ich werde auch gerne mit meinem Namen angesprochen, auch wenn andere Menschen ihn nicht richtig aussprechen könnten. Aber immer noch lieber, als wenn sie mir dann einen Titel geben würden. Und warum lehrt jede Kirche, dass wir einen Dreieinigen Gott haben?

Lieber Herr Krause,

 

Der Grund, warum Gott in der Kirche häufig mit "HERR" angeredet wird, ist dieser:

In der hebräischen Fassung (also der ursprünglichen) des Alten Testaments steht an viele Stellen der Name Gottes in den vier hebräischen Buchstaben JHWH. Ausgesprochen klingt das ungefähr wie Jahweh. Wie Sie sofort feststellen, sind das zwei Buchstaben mehr. Das kommt daher, dass das Hebräische in den meisten Fällen lediglich die Konsonanten und nicht die Vokale (a, e, i, o, u) schreibt. Wir Christinnen und Christen haben von unserem jüdischen Erbe die Scheu übernommen, den Namen Gottes auszusprechen, weil das bedeuten könnte, seinen Namen zu missbrauchen. Es hat sich darum bereits vor der Zeit Jesu eingebürgert, anstelle von Jahweh beim Vorlesen der Bibel "Adonaj" zu sagen, was eben Herr bedeutet. Dass wir Christen auch heute nicht den Namen Gottes aussprechen geschieht also nicht zuletzt in Respekt vor unseren jüdischen Geschwistern.

Übrigens gibt es durchaus auch hebräische Bibeltexte, in denen die Vokale als kleine Punkte und Striche mit eingefügt sind. Weil man damit erst begann, als man bereits von Adonaj sprach, kamen die entsprechenden Vokale a, o und a zu den Konsonanten JHWH dazu. Das führte zu der falschen Vorstellung, der Name Gottes sei JaHoWaH oder "Jehova".

 

In Anlehnung an die vier Konsonanten des Namens Gottes wird JHWH in den meisten Bibelübersetzungen übrigens auch mit vier Großbuchstaben als HERR wiedergegeben. Im Rahmen feministisch-theologischer Diskussionen hat man sich immer wieder zu Recht gefragt, ob dieser Titel Gott nicht allzu deutlich als männliche beschreiben würde. Was nun Ihre persönliche Unlust angeht, den Namen Gottes durch Herr zu ersetzen, so möchte ich Sie bitten, nicht Ihre eigenen Maßstäbe von "Genervt-sein" anzulegen, wenn es um Gott geht. Die ursprüngliche Idee dabei ist natürlich gerade, Gott zu ehren durch diesen Titel.

 

Was die Dreifaltigkeit angeht, so empfehle ich Ihnen den recht guten Eintrag zu diesem Thema nei der Wikipedia.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

 

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Kommentare

"Die christliche Trinitätslehre wurde zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) durch mehrere Konzile und Synoden entwickelt."
Tatsächlich hat man Dreifaltigkeit debattiert, man hatte Rom gewonnen, vielleicht sicher, um in einem Glaubensstreit die Anzahl der Bewerber, für das, was es zu verteilen gab, zu minimieren.
Im Neuen Testament jedenfalls, kommt "Dreifaltigkeit" nicht vor.
Luther hat diese liebevolle Begabung, die Worte der Sprache innen zu schmücken: Drei Reif Alt und Faltig Da kann man sich sorglos daran erfreuen.

Zitat: "Im Neuen Testament jedenfalls, kommt "Dreifaltigkeit" nicht vor."

Das stimmt, aber eine Trinitarische Formel gibt es im NT schon. Und zwar Matthäus 28,18-20

Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Trinitarische Formel = des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

"... vier hebräischen Buchstaben JHWH. Ausgesprochen klingt das ungefähr wie Jahweh."

So stimmt das aber nicht, und mit "ungefähr" kommt man auch nicht zum Ziel, sprich zur Wahrheit was den Namen Gottes angeht.
Im Judentum gibt es übrigens den Namen betreffend auch nur die Abkürzungen JW und JM (W gespiegelt zu M) ohne die beiden H.
Zum Namen der Stadt Jerusalem steht im deutschen Wikipedia: "Die im Hebräischen und Aramäischen gebräuchlichste und auch älteste Form ist yrwšlm ..." was transkribiert wurde zu jeruschalem. Den Namen der Stadt gibt es z.B. in den Schreibweisen mit J "Jeruschalajim" oder Y "Yerushalajm (Hebräisch), mit I "Ierousalḗm" oder H "Hierosólyma" (Griechisch) und sogar mit U "Urusalima" (Mesopotamisch).
Ich vergleiche den Namen Gottes mit dem Namen der Stadt Jerusalem, weil es sich dabei um denselben Namen handelt (siehe dazu auch Offenbarung 3:12).
JW oder JHWH oder yrwš ist gesprochen das deutsche bzw. germanische Wort Urus für Auerochse, kurz Ochse oder ganz kurz Ur. Das Jungtier davon nennt man Kalb, ahd. Kalef. Dieses Kalb, also ein Urus ist den Menschen seit jeher ein Symbol für das Leben gewesen. Weil Gott auch noch die Liebe und das Licht ist, ergibt beides zusammen mit dem Leben die heilige Dreifaltigkeit. Leben-Liebe-Licht ist dasselbe als sage man "Ich bin der Weg (=Liebe), die Wahrheit (= Licht) und das Leben". Jesus sagte das über sich. Jesus ist kein richtiger Name, sondern bedeutet "Ich bin". Ich bin meint das Leben, das Sein, wofür wie gesagt ein Urus (hebr. Alef) das Symbol ist.
Das Wort Jerusalem richtig getrennt ist Jerus (= Urus) und Alem, wobei dabei aber die falschen Vokale verwendet worden sind, denn es muß heißen Olam. Olam ist das hebr.-arab. Wort für Welt, Universum. Urus = Alef, kurz A und von Olam kommt das O, ergibt das A und O als weitere Abkürzung für den Namen Gottes. Ist der große Gott gemeint, sagt man Urusolam (= Jerusalem), ist Gott in Gestalt eines Menschen, ist er "Der Kleine", slaw. Malo (gespiegelt zu Olam), das Kalb, ahd. Kalef. Der Name Gottes auf Erden und in Bezug zu Offenbarung 3:12 müßte also lauten Kalef Malo. Dabei kann es sich beim Wort "Kalef" auch um ein hebräisches Wortspiel handeln (Ka-l-ef). Ka(r)l, Namensbedeutung Mann, Symbol für den Mann ist seit jeher ein Stier (Ochse), germ. Urus. Und "ef" könnte z.B. die Endung eines Namens wie Josef sein, dessen Namensbedeutungen "Priester" und "Gott fügt hinzu" sind.
Jedenfalls JHWH meint ganz sicher ausgesprochen Urus.

Ich habe keine Ahnung wie sie von Hebräisch und aramäisch, auf germanisch kommen.
Und dazu noch Worte einfach umdrehen. Und behaupten, dass es stimmt. Urus - OCHSE.. etc...
Das was richtig ist, ist die Aussprache Jerusalems.
Und zwar "jeru scha

lem" aramäisch. Ich bin Aramäerin.
Und das heißt nicht
Olam sondern "holam" und bedeutet Ewigkeit.
Und nichts mit Arabisch bitte, diese kam einige tausend Jahre später!!!!!!
Haben sich viel vom aramäischen abgeguckt.
Sie sollten nicht soviel dazudichten.

Sie haben absolut keine Ahnung wovon sie da reden Muchlinsky. Kommen Sie mal schnell von ihrem Treppchen runter.

Lieber Dave, ich habe nach bestem Wissen und Gewissen geantwortet. Schade, dass Sie das anscheinend als "von oben herab" empfunden haben. Einen schönen tag wünsche ich Ihnen. Frank Muchlinsky

War der ursprüngliche Name nicht "Schem Hammeforasch"? Mir ist bekannt, dass Jüdisch-Gläubige diesen Namen nicht verwenden, wobei ich nie verstanden habe, wieso. - Da ich mich selbst ein wenig als Agnostiker sehe und mit vermutlich riskantem Halbwissen Gefahr laufen könnte, Strenggläubige zu verletzen, möchte ich betonen, dass ich diese Frage ehr aus kindlicher Sicht stelle.

Auch die "Welt des Ochsen" (Jerusalem) würde ich vermutlich ehr als negativ interpretieren. Dennoch vermutlich viele bunte Kulturen, die man verbinden und vereinen wollte. So ja auch die vielen Symbole im Talmud, aber auch die anderer Religionen der damaligen Zeit. Die Schlange (der Drache), die in vielen Kulturen die Gestalt verschiedener Weltengötter stand (Ningischzida; Rahab, Leviatan und Tannin).

Wenn man nun einen Schmelztiegel vieler Kulturen zusammenbringt und jeder seinen eigenen Namen für seinen Gott (/seine Götter) nutzt, bietet es sich an, die Vielen nicht vor dem Kopf zu stoßen, sondern auch den ursprünglichen Namen des gezielten neuen "Hauptgottes" zu verbergen/vermeiden.

Eigentlich spannend, was sich aus dieser Idee über die Jahre hinweg entwickelt hat.