Pessach

Gefragt von Heber

In der Pessachgeschichte (2. Moscheh 12, ab Vers 40) wird geschrieben, dass ein Unbeschnittener nicht an der Feier teilhaben darf. Ok, aber was ist mit den Wiedergeborenen, die heute kein Ostern mehr halten, sondern das Pessah. Darf ein Wiedergeborener am Fest teilnehmen, ist er ja an seinem Herzen durch die Wiedergeburt (Römerbrief) beschnitten wurden?

Lieber Karsten,

mit Deinen Fragen führst Du uns zurück in die biblisch-kultische Sprache.

Du beziehst Dich auf die Geschichte des jüdischen Pässahfestes in 2. Mose 12 im Alten Testament – als letzte Feier des in Ägypten versklavten Volkes Israel vor dem Aufbruch in die Freiheit.

Der Begriff der „Wiedergeborenen“ wird insbesondere in heutigen freien Gemeinden verwendet. Ursprünglich stammt er aus der Bibel. Die Taufe war ursprünglich ein Untertauchen des ganzen Menschen. So war ein Mensch durch die Taufe wie neu wiedergeboren, da alle alten Sünden - neutestamentlich: der alte Adam - abgewaschen sind. Die Wiedergeburt in der Taufe kommt z.B. im Gespräch von Jesus und Nikodemus in Johannes 3: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird aus Wasser und Geist, kann er nicht in das Reich Gottes kommen ... Wundere dich also nicht, dass ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden.“ Im heutigen freikirchlichen Gemeinden verwenden den Begriff für Menschen, die sich zu Jesus bekehrt haben und als Zeichen für die Abkehr von ihrem alten Leben taufen lassen.

Und auch der dritte besondere Begriff in Deiner Frage ist biblisch verankert, und hier vor allem für das jüdische Glaubensleben gemäß der Thora: die Beschneidung. Dem Apostel Paulus als Christuszeuge ist es ein großes Anliegen, wie Du es für den Römerbrief erwähnst, den "neuen Glauben" für die neuen christlichen Gemeinden zu erläuterrn. Er greift hier zu den Bildern undGlaubensmustern der bekannten jüdischen Thora. In den christlichen Kirchen aber spielt die Frage der Beschneidung bald keine Rolle mehr, bis heute.

In der evangelischen Kirche ist das Glauben, das Mitfeiern von Gottesdiensten und die Teilnahme überhaupt am Leben einer Gemeinde voraussetzungslos. Die alttestamentlichen Vorschriften sind ebenso wenig wie die neutestamentlichen als bindend. Sondern entscheidend ist die Einladung Jesu Christi an alle, sich als seine Gemeinde zu sammeln.

Jeder ist zur Teilnahme zugelassen viel mehr: eingeladen, ob mit einem „großen“ oder einem „kleinen“ Glauben, bestätigtem oder unbestätigtem usw. Über die Qualität des Glaubens zu entscheiden, obliegt Gott allein, vielleicht auch erst am Ende der Tage. Menschen mit Taufe können ebenso selbstverständlich wie Menschen ohne Taufe an Gottesdiensten und dem Gemeindeleben teilnehmen.

Mit herzlichen Grüßen

Pamela Barke

 

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