Nutzt Gott mittlerweile das Internet?

Gefragt von Lars Vickendey
Nutzt Gott mittlerweile das Internet?

© sticker2you/iStockphoto/Getty Images

Liebe Katharina Scholl,
immer wieder meine ich, zu erleben, dass Gott über das Internet zu mir spricht. Er zeigt mir Seiten, die ich eigentlich von mir aus nie besuchen würde und dort lese ich dann Dinge, die mein Leben nachhaltig verändert haben. Antworten auf drängende Fragen, Ermutigungen oder Kontaktadressen von Menschen, die mir dann helfen, Probleme zu lösen.

Ich habe das so oft erlebt, dass ich nun nicht mehr von Zufällen ausgehen kann.

Nutzt Gott inzwischen das Internet?

Herzliche Grüße
Lars

Lieber Lars, 

vielen Dank für Deine Frage. Es ist schön zu lesen, dass Du offenbar erlebst, wie sich manchmal in Deinem Leben neue Wege auftun oder Lösungen für Probleme, die Dich plagen, und Ermutigungen, die Dich bestärken. Das Internet hat ja auch diese Qualität, oft wirklich hilfreich zu sein, um an Informationen zu gelangen und auch Menschen zusammenzubringen. Wie gut, dass Du das erlebst. 

Du bringst das mit dem Wirken Gottes zusammen. Mir geht es auch oft so, dass manchmal aus dem Nichts tolle Dinge in meinem Leben auftauchen und ich dann manchmal denke, das muss jetzt irgendwie Fügung sein. Dass ich das, was mir begegnet als Geschenk empfinde und unweigerlich an Gott denke. Ich selbst stelle mir das aber nicht so vor, dass Gott mich und mein Verhalten lenkt und so die Dinge herbeiführt, sondern ich glaube eher, dass es das Erleben von Gelingen (und manchmal auch Scheitern) ist, was mich Gott besonders nah sein lässt, was mich besonders stark die Gegenwart Gottes spüren lässt. 

Ob Gott das Internet nutzt, fragst Du Dich, weil Du es so erlebst, dass er dadurch zu Dir spricht. Ich denke ja, dass Gott schon längst online ist. Der Geist Gottes ist ja gerade eine Kraft, die lebendig erfahren wird, wenn Menschen miteinander in Kommunikation sind und genau das ist ja ein wesentlicher Teil des Geschehens im world-wide-web. Ich kann mir also garnicht vorstellen, dass Gott nicht auch in diesem Medium seine Spuren hinterlässt und spürbar wird. Gerade in der Pandemie ist ja die Kirche auch sehr ins Digitale gegangen und wir erleben, dass es geht, dass Menschen angerührt werden von der Kraft, die sie trägt, wenn sie auf einen Bildschirm schauen.

Unser Schriftwechsel ist gerade auch so ein Beispiel. Wir sehen einander nicht und sind einzig durch das Netz verbunden. Dennoch tauschen wir uns darüber aus, wie wir Gott in unserem Leben erfahren. Wenn das kein Zeichen dafür ist, dass Gott hin und wieder im Internet surft...?

Ich hoffe, ich konnte Dich ein wenig bei der Beantwortung Deiner Frage unterstützen und wünsche Dir, dass Du noch weitere beglückende Erfahrungen machst, bei denen etwas wie ein Geschenk vom Himmel/Bildschirm fällt. 

Herzlich

Katharina

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