Kann ein neuapostolischer Taufpate bei einer evangelischen Taufe werden?

Theresa Ramerth
Kann ein neuapostolischer Taufpate bei einer evangelischen Taufe werden ? Müsste seit 2019 doch normal möglich sein da die neuapostolischen alle zur ACK gehören ?

Liebe Theresa, 

vielen Dank für Ihre Frage, die Sie zugleich selbst beantworten. Natürlich haben Sie Recht: Kirchen, die den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen genießen, gewähren einander grundsätzlich die ökumenische Gastfreundschaft. Das gilt grundsätzlich auch für das Patentamt. Nun kommt ein dickes Aber: Jede Landeskirche setzt eigene Regeln für das Patentamt. Die konkrete Auskunft kann Ihnen nur das Pfarramt geben, in dessen Bereich die Taufe stattfinden soll. 

Bei jeder Patenschaft übernehmen die Patinnen und Paten zwei Aufgaben. Sie sind Zeugen der Taufe und können der Person, die getauft wird, deren Taufe später bestätigen. Als Augenzeugen können sie sagen: "Ich war dabei, du bist wirklich mit Wasser und im Namen des dreieinigen Gottes getauft." Und: Patinnen und Paten sollen die Getauften für den christlichen Glauben interessieren. Konkret sieht das häufig so aus,  dass die hohen Feiertage und die Lebensfragen des Patenkindes gemeinsame Themen eröffnen. Es geht darum, dem getauften Menschen Orientierung zu schenken. Man sollte einfach auch vom eigenen christlichen Glauben erzählen und diskussionsbereit sein. Denn beide sind immer auch Lernende: Der getaufte Mensch und die Person, die diesen Menschen mit einer Patenschaft begleitet. 

Ich gehe davon aus, das Mitglieder der Neuapostolischen Kirche beide Aufgaben gut und gewissenhaft erfüllen können. 

Damit bin ich wieder am Anfang. Die Hessisch-Nassauische Landekirche  bleibt beispielsweise etwas zurückhaltend und sagt zu Ihrer Frage: "Mit der o.g. Gastmitgliedschaft in der ACK rückt damit die Möglichkeit einer Übernahme des Pat*innenamts durch neuapostolische Christ*innen in den Bereich des Möglichen. Jedoch empfehlen wir, mit neuapostolischen Pat*innen ein Patengespräch zu führen, zumal die NAK kein Patenamt kennt." 

Also: Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kirchengemeinde. Ich vermute Sie laufen mit einer Taufanfrage offene Türen ein. 

Glück und Segen für Sie, wünscht Ihnen Ihr 

Henning Kiene 

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