Als Theologiestudent Collarhemd tragen?

gestellt von Peter Schmidt am 13. Dezember 2013

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

ich befinde mich im Studium der ev. Theologie und möchte gerne bereits vor meiner Ordination das Collarhemd tragen. Kann ich das machen, oder habe ich irgendwelche kirchenrechtlichen ggf. strafrechtlichen Konsequenzen nach §132a StGB zu befürchten? Erfülle ich, da ich nicht ordiniert bin, damit den Sachverhalt der Amtsvortäuschung, oder kann ich mich auch in der Öffentlichkeit zu meiner zukünftigen pastoralen Tätigkeit bekennen?

Lieber Herr Schmidt,

 

ich kann verstehen, dass Sie Ihren Glauben gern öffentlich bekennen möchten. Selbst, dass Sie gern zeigen möchten, was Sie studieren, kann ich nachvollziehen. Aber ich möchte Ihnen dennoch ganz abseits von Gesetzesvorschriften antworten.

Das Kollar ist ein eindeutiges Zeichen von Geistlichen. In der Regel wird es von römisch-katholischen Geistlichen getragen, allerdings bedienen sich Geistliche vieler Konfessionen dieses Hemdes, wenn sie auch im Alltag als Pfarrer erkannt werden wollen. Wenn Sie als Student ein solches Hemd tragen, würden Sie sich also in der Tat etwas anmaßen, was Ihnen (noch) nicht zusteht. Andererseits ist das Kollar keine Amtskleidung wie der Talar. Sie würden sich also im Grunde genommen lediglich als Kleriker verkleiden, wenn sie ein Collarhemd anzögen.

Ich würde Ihnen davon allerdings dringend abraten. Wie gesagt, es ist eine Anmaßung. Wer ein Collarhemd trägt, ist in der Regel ein fertig ausgebildeter und von den Kirchen anerkannter Seelsorger und Prediger. Machen Sie sich lieber ein T-Shirt mit der Aufschrift "Theologiestudent", oder auch etwas Witzigerem. Machen Sie es wie im Advent: Warten Sie ab!

 

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Liebe Leute, eure "Sorgen" möchte ich haben! Helmut Thielicke hat in diesem Zusammenhang einmal den Satz geprägt: "Der Text ist wichtiger als die
Textilien." Alles klar ?

Die Heiligen haben abgenommen!

diese Klage des Psalmisten heißt, übersetzt in die Verhältnisse der säkularisierten Gesellschaft: "Kleider (Colarhemd) machen Leute!"

Lieber Peter und Jonathan,
ich bin Pastor in der Bikerszene, habe allerdings eine Prädikantenausbildung für Interessierte gemacht, weil ich es wichtig finde den liturgischen Ablauf und Inhalt eines Gottesdienstes zu beherrschen, eben weil wir da Gott repräsentieren. Alle getauften Christen und die an die Reinwaschung durch das Blut unseres Herrn glauben sind laut Bibel "Könige und Priester". Ich will nicht nur in meiner Bikerszene als "Pastor" erkannt werden, denn ich fühle mich als Pastor zu jeder Zeit, 24 Std. am Tag. Ich bin aber "freikirchlich" tätig, somit unterliege ich keiner "kirchlichen" Obrigkeit. Auch ich trage ein Kollarhemd, mit stolz und wenn das zu Unmut bei den Amtskirchen führt, dann haben sie ihren Auftrag nicht verstanden. Übrigens hat Jesus, bestehende Regeln gerne missachtet. Da Ihr aber beide im amtskirchlichen Dienst steht, würde ich euch empfehlen die dort gewünschte "amtliche" Kleiderordnung zu respektieren. Sonst schadet ihr nur eurem späteren Werdegang.

Ein geweihter Amtsträger darf ein Collarhemd tragen. Ein Prädikant ist nicht geweiht und kein geweihter Amtsträger. Der Stehkragen zeigt an, dass man zu einer bestimmten Gruppen dazugehört. Der Gruppe der Kleriker.

Als Laien-Biker "Pastor" würde ich Lederjacke tragen.

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