Ich frage ... nichts mehr

gestellt von Jörg am 18. Juni 2019

Gaaanz toll, dass Sie diese Seite betreiben. Gaanz toll im Sinne des Verführers und der Verführung. Machen Sie weiter so, die Menschen in die Irre zu leiten. Mir haben zwei antworten auf zwei Fragen gereicht. Es ist nur noch zum Weinen, was die evangelische Kirche und Sie an antworten zu bieten haben. Völlig losgelöst .... da frage ich mich,.... nichts mehr.

"Sie sind okay für Gott wie Sie sind". Wo kann man dieses Geschmarre bitteschön in der Bibel nachlesen. Wenn es so wäre hätte kein Jesus für die Verfehlungen der Menschen sterben müssen. Meine Empfehlung: Machen Sie etwas wo Sie weniger Schaden anrichten und hören Sie auf, die Leute weiter zu verführen. Die Kirche ist wahrlich gerichtsreif. Gute Nacht. sie machen sich selbst überflüssig und profillos. Sex zu dritt - naja wenn es Ihnen guttut.... Um Gottes Willen - Sie haben wirklich jegliche Christushaftung verloren.

Lieber Jörg,

 

es tut mir Leid, wenn meine Antworten auf evangelisch.de Ihren Unmut, ja Zorn heraufbeschworen haben. Vielleicht sind Sie bereit, trotzdem zu lesen, was ich auf Ihre E-Mail antworte. Ich möchte auf Ihre beiden Anfragen einzeln eingehen.

 

Ihre Frage, wo in der Bibel steht, dass jemand für Gott "okay ist wie er ist", kann ich Ihnen gern beantworten: Gott hat über den Menschen zunächst einmal eine grundsätzlich positive Meinung. Direkt nach der Schöpfung (auch des Menschen), heißt es: "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (1. Mo 1,31) In Psalm 139 sagt der Beter zu Gott: "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele." (Ps 139,14) Das ist es, was ich meine, wenn ich jemandem schreibe: "Du bist für Gott okay!"

Natürlich weiß auch ich darum, dass das nicht alles ist. Gott sagt außerdem: (wiederum Worte aus der Bibel) "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf." (1.  Mo 8,21) Aber das macht den Menschen nicht grundsätzlich schlecht. Der Mensch ist grundsätzlich fähig, falsch und böse zu handeln. Und er macht davon ausgesprochen rege Gebrauch. Aber: Wenn Gott uns Menschen nicht über alle Maßen lieben würde, warum sollte er dann überhaupt ein Interesse daran haben, uns in Jesus Christus so nah zu kommen?

 

Ich stehe also auf guten biblischem Grund, wenn ich sage: "Sie sind okay für Gott, wie sie sind!", denn das heißt nicht: Machen Sie also, was Sie wollen. Im Gegenteil: Weil wir so gut und wertvoll sind für Gott ist es unsere Aufgabe, ja unsere Bestimmung, so zu handeln, dass es Gottes Liebe zu uns entspricht.

 

Und damit kommen wir zu Ihrem zweiten Vorwurf, ich würde die Menschen verführen, schlimme Dinge zu tun. Wenn Sie die von Ihnen zitierte Antwort auf die Frage nach Sex zu dritt aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass ich davor warne, eine dritte Person so nah an die eigene Partnerschaft heranzulassen. Dann fordere ich den Fragesteller auf, sein Gewissen zu befragen. Meiner Erfahrung nach ist ein gut geschärftes Gewissen eine heilsame Sache. Es hilft uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und ich bin davon überzeugt, dass es wirksamer und vor allem für alle Seiten heilsamer ist als schlichte Verbote.

 

Darin sehe ich die größte Botschaft des Christentums: Dass Gott uns in Jesus Christus so umfassend verzeiht, dass wir von nun an nicht aus Furcht, nicht aus Pflicht, sondern aus Dankbarkeit tun können, was seiner Liebe zu uns entspricht. Leider sind wir alle in der Tat, wie Sie es schreiben „gerichtsreif“. Wir hätten es wirklich verdient, dass jemand – vielleicht Gott selbst – für all unsere Bosheit verurteilt. Wir zerstören den Teil von Gottes Schöpfung, auf dem wir leben. Wir lassen Menschen ertrinken, wir führen grausame Kriege, und das alles, obwohl wir „okay“ sind, obwohl wir nach Gottes Ebenbild wunderbar gemacht sind. Aber Gott hat es sich anders überlegt. Der Richter, der über uns urteilt, ist Jesus Christus selbst, und der ist gütiger, als Sie und ich uns überhaupt vorstellen können.

 

An Jesus Christus hafte ich. Das können Sie mir glauben.

Ich grüße Sie herzlich.

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Hallo Jörg.
Das nichts mehr fragen haben sie wahrscheinlich in ihrer Kirche gelernt.Ich nehme mal an streng evangelikal oder charismatisch,oder so ähnlich.Seltsamerweise sind gerade die strengsten hardliner diejenigen die innerhalb ihrer exklusiven Zirkel nur dann Fragen zulassen wenn diese der eigenen religiösen Ideologie nicht gefährlich werden können.
Gerade diese Seite hier ist in dieser Beziehung die vorbildlichste die ich bisher gefunden habe und eine hochzulobende Ausnahme.Denn auch sie dürfen kritisieren bis nahe an den Rand einer handfesten Beleidigung und das ganze wird unzensiert veröffentlicht,auch ihre Meinung,damit wir alle die wir uns hier tummeln vom anderen lernen können,nach informativen Meinungen suchen dürfen,Trost empfangen,,Hilfestellung zu ernstgemeinten schwierigen Fragen bekommen,oder einfach mal Dampf ablassen können.Solange es mehr oder weniger anständig bleibt.
Wenn Herr Muchlinsky oder ein anderer der ersten Ansprechpartner seine Ansicht ,oder die vorherrschende Theologie wiedergibt,oder einfach nur einem Menschen ohne ihm Angst vor dem Bösen alten Rauschebart machen zu wollen,Mut macht,dann können sieTheologisch,Seelsorgerisch,oder einfach nur provokant dazu Stellung nehmen.Was bitte soll denn daran schlecht sein?Wenn ihre Kirche ebenso oder ähnlich handeln würde,dann Stände es wahrscheinlich auch um ihren geistigen Christlichen Zustand weitaus besser,weil sie gelernt hätten das hohle Geschwätz so manchen radikalen,strengen,konservativen „Christlichen Lehrers“ etwas kritischer zu betrachten.
Hier zumindest dürfen sie das,sie dürfen sogar die angreifen die dieser Seite vorstehen.In ihrer Kirche ist das bestimmt nicht möglich ohne allein auf Ablehnung,Verachtung und unverhohlenen Hass zu stoßen.Hier hingegen kann auch ihnen geholfen werden.Durch die wirklich gute Antwort Herrn Muchlinsky’s und vielleicht auch durch meine unmaßgebliche aber wohlgemeinte Antwort.
Ich habe zwar mit „sex zu dritt“ bisher keine Probleme gehabt,aber ich weiß trotzdem das Jesus mir stets viel zu vergeben hat,und es auch tut.Aber das ist doch ein Teil jeder ehrlichen Beziehung.Nur Jesus muss man nicht vergeben weil er das vollkommene Abbild eines unvergleichlichen Gottes ist.Denjenigen denen das gar nicht bewusst ist,das sind meine ganz besonderen Spezis.Und stellen sie sich vor:Ich sehe mich gerade auch darin direkt in der Nachfolge Christi,auch wenn das selbstverständlich trotzdem was ganz anderes ist.Wenn sie sich und ihresgleichen lieber als Unschuldslamm sehen wollen,als lupenreinen Christen und als Verfechter der unvergleichlichen ewigen Dogmas,als Anführer der Blinden und Retter der verlorenen durch untadeligen Christlichen Wandel,dann ist das natürlich ihr gutes Recht.Aber versuchen sie es doch mal mit einem Blick hinter die Fassade,hinter den schönen Schein und das zur Schau stellen reinster „Hochanständigkeit“.
Soviel Ehrlichkeit und soviel aufrichtigen Anstand wie auf dieser Seite habe ich jedenfalls in noch keiner,auch nicht den strengesten Christlichen Kirche gefunden.Vielleicht ist es bei Ihnen in der Gemeinde ja wirklich anders dann würde ich mir das wirklich gerne mal anschauen.

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