Kann meine Mutter mich zur Konfirmation zwingen?

Gefragt von Jenny

Hallo,
ich bin 14 Jahre alt und fühle mich nicht wirklich bereit (willig) dafür die Konfirmation zu machen, aber meine Mutter redet mir dennoch ein, dass die Konfirmation gemacht werden "muss". Ich fühle mich unter Druck gesetzt und emotional ausgelaugt, da mir meine Mutter predigt, dass der Pfarrer wütend sein wird oder enttäuscht, da ich es alles nur komplizierter machen würde.
Ich habe das Gefühl, dass es keinen Ausweg gibt für mich, aber ich mich nicht bereit dazu fühle. Kann ich darüber entscheiden und wenn, gibt es einen Weg die Konfirmation nachzuholen und kann mann ohne Konfirmation in der Kirche bleiben?
Ich brauche Hilfe, da ein Brief von der Kirche angekommen ist und darauf steht, dass ich die Konfirmation machen werde, obwohl ich dieses Thema mit meiner Mutter ausführlich diskutiert habe und ihr gesagt habe, dass ich die Konfirmation nicht machen will.
Meine Fragen sind:
Kann ich drüber entscheiden, ob ich die Konfirmation machen möchte?
Gibt es einen Weg die Konfirmation nachzuholen?
Kann man ohne Konfirmation in der Kirche bleiben?
Kann ich die Konfirmation abbrechen?
Und wird es Konsequenzen geben???
Liebe Grüße
Jenny

Liebe Jenny, 

herzlichen Dank für Deine Frage. Ich kann gut verstehen, dass Du Dich ohnmächtig fühlst in dieser Situation. Während bei der Taufe Deine Eltern für dich entschieden haben, ist die Konfirmation Dein mündiges Ja zu dieser Zugehörigkeit zu Gott und zur evangelischen Kirche. Von daher ist es ganz wichtig, dass Du Dich aus freien Stücken konfirmieren lässt und da kein Zwang dahintersteht. 

Ich weiß nicht, warum Deine Mutter diesen Druck auf Dich ausübt. Vielleicht möchte sie einfach diesen Tag der Konfirmation als wichtigen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden mit Dir erleben. Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass Euer Pfarrer sauer ist über Deine Entscheidung, Dich (noch) nicht konfirmieren zu lassen. Ich würde Dir sehr empfehlen mit ihm mal das Gespräch zu suchen und ihm von Deinen Gedanken zu erzählen. Vielleicht kann er Dich auch dabei unterstützen, das mit Deiner Mutter zu besprechen. Vielleicht gibt es auch eine*n Religionslehrer*in, zu dem oder der Du Vertrauen hast und die Dich unterstützen kann. 

Es ist ohne weiteres möglich, dass Du auch zu einem späteren Zeitpunkt die Konfirmation feierst, eben dann, wenn Du bereit dazu bist. Wenn Du mit dem Konfirmandenunterricht beginnst, kannst Du die Teilnahme daran auch jederzeit abbrechen. Mein Kollege hat das z.B. auch gemacht. Er hat damals einfach gemerkt, dass die Konfirmandenunterricht, so wie er in seiner Gemeinde war, nichts für ihn ist und hat dann den Mut gehabt, das auch zu sagen und auszusteigen. Die Familie ist dann umgezogen und am neuen Wohnort fühlte er sich dann bereit zur Konfirmation und auch der Konfiunterricht hat ihm dort besser gefallen. Später ist er dann sogar Pfarrer geworden.

Die Konfirmation nicht zu feiern ist auch nicht der Austritt aus der Kirche. Die Taufe, also das Ja Gottes zu Dir und Deinem Leben gilt weiterhin. 

Ich wünsche Dir Gottes Segen auf Deinem weiteren Weg und dass Du Möglichkeiten findest, mit Deiner Mutter über Deine Beweggründe ins Gespräch zu kommen. 

Herzlich

Katharina

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