Guten Tag,
ich habe gehört, dass bei der Gemeinde, wo unsere Tochter zur Konfirmation gehen wird, zum ersten Abendmahl der Kinder Weintrauben und Toastbrot anstelle von Hostien/ Oblaten und Wein / Saft gereicht werden. Das empfinde ich persönlich als befremdlich und auch wenig festlich im Rahmen einer Konfirmation. Ich würde dazu gerne mit der Gemeinde ins Gespräch gehen. Aber wie gehe ich das am besten an? Man möchte ja keinen Unfrieden stiften.
Liebe Frau N.
Ich kann Ihr Befremden nachvollziehen. Weintrauben und Toastbrot – das klingt zunächst eher nach Pausenbrot als nach Abendmahl. Und wenn man sich auf einen festlichen Moment mit Kelch und Oblaten gefreut hat, ist das enttäuschend. Umso besser finde ich es, dass Sie das Gespräch suchen wollen, statt einfach still unzufrieden zu bleiben.
Der entscheidende Schritt ist eigentlich schon getan: Sie wollen fragen, nicht fordern. Das ist ein guter Ausgangspunkt. Gehen Sie einfach auf die Pfarrerin oder den Pfarrer zu – oder auf jemanden aus dem Konfirmationsteam – und sagen Sie genau das, was Sie mir geschrieben haben. Dass Sie das Abendmahl im Rahmen der Konfirmation sehr ernst nehmen, dass es Ihnen etwas bedeutet, und dass Sie gern verstehen möchten, wie die Gemeinde zu dieser Gestaltung gekommen ist.
Eine aufrichtige Frage öffnet Türen, die eine Beschwerde manchmal zumacht. „Können Sie mir erklären, warum Sie das so gestalten?" ist ein viel besserer Einstieg als „Wir finden das nicht angemessen." Und wer weiß – vielleicht gibt es dabei sogar etwas zu entdecken, das Sie überrascht. Und dann sagen Sie gern, dass Ihnen persönlich eine etwas festlichere Form wichtig ist. Das ist kein Unfrieden, das ist ein Gespräch. Und solche Gespräche sind in einer Kirchengemeinde nicht nur erlaubt, sie sind ausgesprochen willkommen.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Gespräch und eine schöne und feierliche Konfirmation.
Herzliche Grüße
Frank Muchlinsky