Hallo,
ist es wirklich von Gott gewollt, dass wir unsere Babys und Kleinkinder für 2 Wochen von ihrer Mutter trennen (Vater passt auf oder Großeltern) um auf Gemeinde Freizeit zu fahren? (Kein Kontakt in dieser Zeit möglich).
Stelle ich meine Kinder vor Gott, wenn ich sage, dass ich die ersten 3 Jahre für meine Kinder da sein will statt auf Freizeit zu fahren? (Ich kann das Wort auch nachhören ohne 2 Wochen weg zu fahren).
Aber es wird sehr kritisch gesehen wenn man keinen wirklich wichtigen Grund hat, nicht zu fahren eben weil man zuerst nach Gottes Reich trachten soll und alles andere danach kommt… Wie seht ihr das? LG Chrissi
Liebe Chrissi,
danke für Ihre Frage und Ihr Vertrauen. Sie schildern, dass es in Ihrer Gemeinde nicht gerne gesehen wird, wenn Sie der Freizeit „ohne wichtigen Grund“ fernbleiben. Ihre Kinder sind jedoch ein wichtiger Grund!
Ja, es gibt Situationen, in denen Mütter ohne ihr Kind verreisen. Selbstverständlich können Väter und Großeltern liebevoll auf Babys und Kinder aufpassen. Kritisch sehe ich in Ihrem Fall, dass die Trennung von Ihrem Kind gegen ihr Bauchgefühl und ohne Kontaktmöglichkeit geschehen soll. 14 Tage sind, je nach Alter, eine lange Zeit.
Für mich klingt es so, als sollten Sie vor der Gemeinde mit der Trennung Ihre Glaubensfestigkeit unter Beweis stellen. Ich wüsste jedoch nicht, wozu Gott einen solchen Beweis von Ihnen bräuchte, denn: Gott kennt Sie und er versteht ihre Gedanken von ferne (Psalm 139, 2-4).
Warum sollte die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind in Konkurrenz zu Ihrer Gottesbeziehung stehen? Ein Kind ist kein Glaubenshindernis – im Gegenteil! Gott hat Ihnen einen Menschen anvertraut, zu dem Sie eine einmalige Bindung haben. Für ein Kind da zu sein, es zu beschützen und seine Bedürfnisse zu stillen ist besonderer Ausdruck der Liebe Gottes. Gott selbst ist als Jesuskind behütet und umsorgt worden.
Sie sagen, Sie sollen ohne Kind auf Freizeit fahren und „nach Gottes Reich trachten“. Anstatt Menschen voneinander zu trennen, wäre meine Vorstellung von „nach Gottes Reich trachten“ eine andere: Die Freizeit könnte generationenfreundlich gestaltet werden. Dabei könnten Junge und Alte, mit und ohne Nachwuchs sich durch die Worte aus Psalm 145,4 inspirieren lassen: Eine Generation rühmt der andern deine Werke und verkündigt deine gewaltigen Taten.
Eltern könnten sich gegenseitig ermöglichen, auch ohne Kind an einzelnen spirituellen Angeboten teilzunehmen. Aktionen für Kinder könnten deren besonderes Gespür für Glaubensthemen wecken. Gemeinsame Angebote könnten den Gemeinschaftssinn stärken, zu dem wir in den biblischen Schriften aufgefordert werden. Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist (1. Korinther 12, 4f) wäre erlebbar.
Ich möchte Sie ermutigen, auf Ihre innere Stimme zu hören, die eine Trennung von Ihrem Kind ablehnt. Entscheiden Sie in der Ihnen von Gott verliehenen Freiheit was für Sie und für Ihr Kind richtig anfühlt.
Alles Gute für Sie und Ihre Familie!
Herzlichst,
Ihre Helena Malsy